Region Chico del Norte und ganz dicke Tränen

Ruta de las Estrellas
Auch im Océano Dive Center Pichidangui sind wir gleich integriert.
Auch im Océano Dive Center Pichidangui sind wir gleich integriert.

Von Johan kommen wir erst nach dem Mittag los, weil es noch eine Menge zu Plaudern gab mit ihm und Henry, aus Peru. Unser Weg führt uns heute nach Pichidangui, in die Region Chico del Norte. Das ist nicht so weit und soll einen tollen Strand haben. Im Taucherzentrum finden wir heute unser Nachtlager. Wie soll es anders sein, auch hier gehören wir gleich dazu. Der Große schaut mit den anderen den Film „Der letzte König“, während das Baby durch die Gegend geschleppt wird bis es Abendessen gibt.

Tag 1 Pichidangui mit Strandvergnügen für Alle

Buddeln, was das Zeug hält ist angesagt. Nachdem unser Sohn das viel zu kalte Wasser getestet hat, beschließt er, dass das Strandvergnügen völlig ausreicht.

Marina Bay Pichidangui
Marina Bay Pichidangui

Mein Mann sucht am Strand nach Krebsen und ich genehmige dem Baby das Scharen im Sand mit seinen Füßchen. Quietschvergnügt strampelt es hin und her.

Wir haben einen Schatz gefunden!
Wir haben einen Schatz gefunden!

Statt verlassenen Krebsschalen kehrt mein Mann mit 500 CLP zurück. Sogleich bin ich motiviert und drehe ebenfalls eine Runde über den Abschnitt. Meine Beute lässt sich auch sehen; 680 CLP habe ich auf meiner Schatzsuche gefunden.

Am Nachmittag machen wir uns auf zum nächsten Ziel – Vicuña. Als wir am Abend ankommen, können wir schon ahnen, dass der Ortsteil, La Campana, in dem wir bleiben wollen, nicht wesentlich größer ist als unser Heimatort mit 17 Einwohnern. Hier gibt es allerdings einen Superminimarkt auf circa sechs Quadratmetern, in dem es die allerwichtigsten Sachen gibt: Nudeln und Mineralwasser. Das Tor zu unserer Bleibe öffnet uns eine junge Französin, Cécil, die bis vor kurzem auch auf Reisen war und nun durch die Liebe im Elqui-Tal hängengeblieben ist. Mit ihr, Virginie und Felipe teilen wir uns das Haus und den wunderschönen Garten. Hier gefällt es uns sehr. Vorm Grundstück befindet sich der Spielplatz mit den von uns beliebten Sportgeräten, die wir auch noch am Abend in Anspruch nehmen. In diesem Haus findet unser Sohn eine ganz besondere Freundin, welche er „Catimot“ tauft; Eine ganz junge Katze, die sich durch die Gegend rumschleppen lässt und trotzdem noch gern in sein Bett kuscheln kommt.

Tag 2 Rund um Vicuña

Wir haben uns gegen Sightseeing-Stress entschieden und besuchen also in aller Ruhe, nach dem Frühstück, ein paar Orte rund um Vicuña, zum Beispiel den nahegelegenen Stausee, den Puclaro Dam.

Puclaro Dam bei Vicuña
Staumauer des Puclaro Dam bei Vicuña

Dort laufen wir auf der riesigen Staumauer entlang. Den Wunsch unseres Sohnes baden zu gehen, können wir allerdings nicht erfüllen, jedoch den ein leckeres selbstgemachtes Eis zu essen.
Ganz groß angepriesen wurde uns der Töpfer des Nachbarortes Diaguitas. Doch dieses Erlebnis ist eher enttäuschend für uns, da wir hinter dem romantischen Anblick einer alten Steinmauer, verziert mit Rosenpflanzen, einen hippen Töpferschauplatz erwarten. Stattdessen führt uns der Weg durch den verwilderten Garten zu einer kleinen Bretterbude, wie die auf deutschen Weihnachtsmärkten, wo ein paar Stücke an der Rückwand aufgestellt sind, die wir uns nur von Weitem betrachten können. Auf Anfrage, das eine oder andere sich näher anschauen zu dürfen, stellt er lustlos die Sachen auf die Theke. Stattdessen versucht er unserem Sohn eine riesige Trommel schmackhaft zu machen. Wir beschließen, unter diesen Umständen kommen wir leider nicht ins Geschäft. Auch die Cervecera Guayacán hat mit ihren riesigen Plakaten auf der Ruta de las Estrellas größere Erwartungen in uns geschürt. Das Bier schmeckt sehr gut und ist stark, urteilt mein Mann. Die zehnminutige Führung ist natürlich in Spanisch und so schnell, dass wir unserem Sohn die Herstellung aus eigenem besten Wissen und Gewissen des Hopfengetränkes erklären müssen.

Die Cervecera Guayacán bietet nicht nur Bier sondern auch leckere alkoholfreihe Getränke.
Die Cervecera Guayacán bietet nicht nur Bier sondern auch leckere alkoholfreie Getränke.

 

Tag 2 Einfach nur rum hängen und nichts tun

Heute beschließen wir einfach nichts zu tun und das Kind in seiner Seeligkeit mit der Katze zu belassen. Mein Mann besorgt in Vicuña im Mercado noch ein paar Lebensmittel, aber ansonsten hängen wir heute nur rum. Am Abend zeigt uns Felipe wie Traumfänger entstehen. Und schon ist meinem Sohn und mir eine sehr schöne Idee für seinen besten Freund geboren.

Einfach nur Spielen, Malen und nichts tun.
Einfach nur Spielen, Malen und nichts tun.
Ständiges Controlling während der Reise ist sehr wichtig.
Ständiges Controlling während der Reise ist sehr wichtig.
Traumfängerproduktion
Traumfängerproduktion
Und der Papa kocht.
Und der Papa kocht.

Tag 3 Ruta de las Estrellas

Von Cécile haben wir den Tipp bekommen, dass es ganz in der Umgebung eine Destillerie gibt, die unter anderem kostenlose Führungen anbietet. Die wollen wir besuchen und nebenbei die tolle Landschaft entlang der Ruta de las Estrellas genießen. In Paiguano kommen wir genau richtig als eine Führung bei Doña Josefa beginnt.

Führung in der Destillerie Doña Josefa
Führung in der Destillerie Doña Josefa

Da es sich um einen kleinen Familienbetrieb handelt, sind wir schnell rum. Unser Sohn hat derweil schon wieder sein Element entdeckt – Das Wasser.

Der Besitzer der Destillerie lädt uns zu einer Runde im Pool ein.

Wasser - Das Element unseres Sohnes.
Wasser – Das Element unseres Sohnes.

Uns ist das zu kalt, doch der Große lässt sich das nicht zweimal sagen. Im Anschluss schlendern wir noch kurz über den Marktplatz, probieren einen regionalen Weißwein, kaufen uns Trauben, Nüsse und Empanadas. Zu straff darf der Tag heut sowie so nicht sein, da wir heute nachtaktiv werden wollen.
Nachdem Abendessen holt uns Sergio (Astronomía Desde el Jardin Diaguidas) ab. Die Ruta de las Estrellas trägt nicht umsonst ihren Namen. Hier wurden mit die ersten Observatorien in Chile errichtet und das Tal hat sich voll und ganz den Sternen verschrieben. Von den kleinen privaten bis zu den großen professionellen Observatorien sind hier alle vertreten. Sergio und seine Frau Paty erklären uns nicht nur die Sternbilder am Himmel, sondern bringen unseren Sohn mit vielen Fakten und einem für unsere Verhältnisse großen Teleskop, mit 200 mm Spiegeldurchmesser zum Staunen. Schließlich werden wieder viele Fragen in ihm wach und er beschließt seinen neuen Beruf mit Sternen und Galaxien. Bis ein Uhr morgens sitzen wir gemeinsam mit den Beiden sowie Ramiro und lassen diesen unbeschreiblichen Anblick auf uns einwirken. Zum Abschied und zur Erinnerung schenkt uns Paty eine Baumwollfrucht aus ihrem Garten. Wir sind sehr zufrieden mit unserem heutigen Erlebnis.

Astronomía Desde el Jardin Diaguidas
Astronomía Desde el Jardin Diaguidas

Zu gern hätten wir auch das Gemini Observatorium besucht, doch leider ist der Zutritt erst ab zehn Jahren möglich. Herzlichen Dank Felix für die kurzfristige Organisation von zu Hause aus! Wir versuchen es später noch einmal.

Tag 4 Ein ganz besonderer Felsen

Nach der kurzen Nacht wollen wir uns den neuen Tag nicht zu voll mit Aktivitäten packen. und in unserem Dorf, La Campana soll es einen ganz tollen Felsen geben. Der Beschreibung nach werden wir wohl einen meteoritenähnlichen Stein finden. Unser Sohn ist schon ganz aufgeregt, da er mit seiner neuen Berufung unbedingt den Meteoriten sehen muss und natürlich fotografieren.

Steinzeit
Steinzeit

Eineinhalb Stunden zu Fuß wurden uns angekündigt und wir können das Phänomen kaum übersehen. Mit großer Vorfreude machen wir uns auf den Weg und bleiben hier und da stehen um verschiedene Steine zu bergen.

 

Nach einer ganzen Weile stellen wir fest, dass wir den ganz besonderen Felsen tatsächlich übersehen haben müssen.

Der besondere Felsen in La Campana
Der besondere Felsen in La Campana

Wir waren wahrscheinlich so vertieft in unsere Schatzsuche, dass wir die Sendung aus dem All verpasst haben. Wir schauen uns dennoch diese herrliche Steinlandschaft an und suchen später weiter nach dem „Magic Stone“. Auf dem Rückweg finden wir mit erhöhter Achtsamkeit einen Stein, ungefähr 2 Meter hoch und nicht viel breiter mit Zeichen versehen, die an Höhlenmalerei erinnern. Dieser Fund ist nicht nur für uns etwas ernüchternd. Unser Sohn wundert sich schon über die wenig spektakuläre Sendung aus der Ferne.

Tag 5 Vicuña und das Steinfieber

Auch an unserem letzten Tag hier im Elqui-Tal wollen wir es nicht mit Aktivitäten übertreiben, denn die nächste Etappe wird wieder etwas länger und verlangt Durchhaltevermögen. Vicuña verspricht übersichtlich zu sein. Wir beginnen mit der Erkundung der Stadt, wobei wir feststellen müssen, dass die Museen sowie die meisten Sehenswürdigkeiten montags geschlossen haben. Einzig der Kunsthandwerksmarkt bietet uns einen Bummel mit Produkten aus der regionalen Steinvielfalt und anschließend Empanadas zum Mittag. Da uns das Steinfieber gepackt hat, wollen wir nun in unserem Dorf nochmals den besonderen Felsen besuchen.

Kaktusbiere des Elqui-Tals
Kaktusbiere des Elqui-Tals

Auf dem Weg dahin kommen wir an einer Brauerei vorbei, die Kaktusbier herstellt. Das interessiert uns natürlich auch. Von Dächern aus Kaktusholz haben wir schon gehört und nun auch noch von Getränken aus der stacheligen Pflanze. Zwei Flaschen Kaktusbier zur Verkostung können wir uns daher nicht verkneifen. Stolz tragen wir dann am späten Nachmittag auch noch unsere Findlinge zurück nach Hause. Am Abend finden wir letztendlich heraus, wer welches Bier mehr mag.

Tag 6 Ganz dicke Tränen

In unserer Wohngemeinschaft haben wir uns prima eingelebt, deswegen ist es nicht ganz einfach heute hier unsere Zelte abzubrechen. Doch wir reisen nicht alleine weiter. Ramiro aus Mexico, der inzwischen mit in die WG Einzug gehalten hat, wird uns in den Norden begleiten. Wie weit wir kommen, werden wir sehen. Nachdem wir alle Sachen und Taschen mit mehr oder weniger Gewalt ins Auto gepackt haben, heißt es Abschied nehmen! Nun begreift auch unser Sohn, dass die Zeit hier vorbei ist und es fließen ganz dicke Tränen.

Highlight für uns und unseren Sohn: Die erste Zahnlücke!
Highlight für uns und unseren Sohn: Die erste Zahnlücke!

5 Gedanken zu „Region Chico del Norte und ganz dicke Tränen“

  1. Hallo ihr Lieben, dieses mal habt ihr uns ganz schön zappeln lassen mit Neuigkeiten. Umso schöner, daß der aktuelle Bericht so ausführlich ausgefallen ist. Ich freue mich schon von euren Erlebnissen auf Galapagos zu erfahren.

    1. Ja, wir hatten mehrere Anläufe den Blog zu aktualisieren, aber das Internet hat uns immer im Stich gelassen. Gestern haben wir uns schließlich eine SIM-Karte gekauft und eine Steckdose gesucht. Wir geben uns Mühe 😉

  2. Hi Ihr Lieben, gibt’s noch einen Bericht über die Galapagos-Inseln? Und wollte Emily nicht dort länger bleiben und arbeiten? Oder kommt dieser Teil eurer Reise erst nach Neuseeland? Ich bin verwirrt… 😉

    1. Hallo Antje, klaro gibt es noch den Bericht über Galapagos, wo alle Wölfe gearbeitet haben 🙂 . Ich berichte Etappenweise. Und durch die Internetabstinenz bin ich mit dem Bericht etwas hinterher. Ich versuche aber wieder aufzuholen – nachts, wenn die Kinder schlafen. LG

      1. Bloß gut, ich dachte schon, Ihr habt Eure Reiseplanung komplett über den Haufen geworfen. Dann warte ich gespannt und wünsch Euch schon mal alles Gute für die neuen Ziele! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.