Alle Beiträge von Emily Hillig-Wolf

Ostern zu Hause

Der Bärlauch hat gerade Hochsaison. Wer diese nicht nutzt, muss schließlich wieder ein ganzes Jahr warten. Ich verpasse die Ernte des wilden, aromatischen Lauch- oder Zwiebelgewächses nicht, weil …
1. es sich mit dem Bärlauch wie aktuell mit dem Toilettenpapier verhält; die Leute kommen mit ihren Körben, die sie sonst zum Pilze sammeln nutzen, in das benachbarte Naturschutzschutzgebiet und grasen in unüblichen Mengen, und
2. mich der scharf-würzige Duft in unserer Einfahrt unterm Nussbaum lockt.

Bärlauch gibt es übrigens auch zu kaufen; wer jetzt auf den Osterspaziergang wegen Corona verzichten muss!

Da das Wetter bereits zur Eröffnung der Grillsaison eingeladen hat, bietet sich die Gelegenheit an, frische Butter mit diesem herrlichen Naturprodukt dazu aufzutischen.

Bärlauchbutter
Bärlauchbutter perfekt zu gegrillten Speisen

Für 250 g Butter braucht man ca. 7 frische Blätter (10 g) vom Bärlauch, Schale von 1/4 einer Limette, ein halbes Bund Petersilie, abgezupft (10g), 1 TL Salz, 1/4 TL Pfeffer sowie 1/4 TL Paprika edelsüß.

Ich habe mal gelesen, dass eine Frühjahrskur mit dem „wilden Knoblauch“ durch die reichlichen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie den hohen Eisengehalt neue Kräfte wecken kann. Außerdem wirkt er entschlackend und reinigend. Durch das enthaltene Allicin, welches dem Wirkstoff Penicillin sehr ähnlich ist, hemmt Bärlauch das Wachstum von Pilzen, Bakterien und Viren.
Allerdings muss jetzt niemand beginnen täglich davon Unmengen zu vertilgen, in der Hoffnung so vor Covid-19 geschützt zu sein. Wir bleiben alle einfach noch ein bisschen zu Hause!

Auch wir verbringen Ostern in trauter Sechstsamkeit. Unsere Reisepläne für dieses Jahr mussten wir gemeinsam mit dem Bärlauchvorrat auf Eis legen. Doch wie eine Freundin so schön schrieb: „[…] it is so sad but there is always a silver lining in every situation right?”
Deshalb haben wir entschieden, die Chance zu nutzen und noch einige Dinge besser vorzubereiten bis zur tatsächlichen Abreise.

Jetzt wünschen wir erstmal Allen FROHE OSTERN!

Tipps zum Bärlauch sammeln

Bärlauch unterscheidet sich eindeutig durch seinen Geruch von den Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen.

Geerntet wird unten am Stiel, wenn es trocken ist und dann nur je Pflanze ein Blatt. Möglichst schnell verarbeiten. Die Blätter lassen sich hervorragend portionsweise einfrieren. Doch geschnitten wird erst kurz vor dem Verzehr bzw. der Verarbeitung, da sonst die Geschmacks- und Wirkstoffe verloren gehen.

Wenn die essbaren Knospen und Blüten dann schließlich im Mai den Boden zieren, ist die Ernte vorbei. Das Aroma ist dann nicht mehr mit dem der jungen Blätter zu vergleichen.

Osterbräuche weltweit

Wir befinden uns nun in der sogenannten Karwoche. Herrliches Wetter, perfekt für Gartenarbeit. Am liebsten würde ich meinen Gemüsegarten bestellen. Also zum Beispiel Kuh- oder Pferdemist in meine Beete einbringen. Aber der Bauer sagte zu mir: “Mit meinem Mist arbeitet keiner in der Karwoche!” Hui, dachte ich. Was hat es denn damit auf sich?

Im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (von E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Berlin und Leipzig 1932) habe ich die Antwort gefunden:

“1. Der Karfreitag gilt in der katholischen Kirche von jeher als Tag der Trauer und Enthaltung. Die Protestanten betrachten ihn als hohen Feiertag. […]

2. Knechtische und geräuschvolle Arbeit ist verboten, aber auch mancherlei anderes. Der Schmied darf Hammer und Nägel nicht gebrauchen, denn es sind Leidenswerkzeuge. Der Jäger geht nicht auf die Schnepfenjagd, denn am Karfreitag schießt man stets fehl. Das Hechtstechen soll man unterlassen, denn man sticht doch nur Schlangen. Den Jungen werden die Taschenmesser weggenommen, denn jedes Spänchen, das durch Schnitzeln entsteht, wird den Täter nach seinem Tode quälen, oder er findet das ganze Jahr über kein Vogelnest. Vor allem unterläßt man das Pflügen und Graben, um Christus nicht im Grabe zu beunruhigen […]”

Es handelt sich also um einen dieser Aberglauben, den ich einfach respektieren möchte. Ich werde mich also ganz den üblichen Osterbräuchen mit meinen Kindern widmen. Apropos! Sind die Bräuche denn in allen Ländern gleich? Ein paar Bräuche habe ich in zwei tollen Videos gefunden und mir wieder ein Kreuzworträtsel ausgedacht.

Erfahrt hier mehr für die Lösungen des Kreuzworträtsels!

Homeschooling wegen CORONA

Seit drei Wochen sitzen wir nun zu Hause um uns und unsere Mitmenschen vor der Verbreitung des Covid-19 zu schützen. So heißt der Virus, der uns aktuell im Griff hat und für so einige Menschen gefährlich ist. Es gibt viele Möglichkeiten sich über den Virus zu informieren. Ich habe eine ganz tolle Seite gefunden, die Euch wirklich viele Fragen beantwortet. Corona – Was Kinder dazu wissen wollen.

Seit drei Wochen ist aber auch “Homeschooling” angesagt. Ihr lernt also ohne Eure Klassenkameraden und vor allem ohne Pauker. Unsere GTA ist damit ja auch betroffen. Hausbesuche möchte ich nun auf diesem Weg anbieten; Ich komme online zu Euch nach Hause.

Es liegt nahe, da Ostern vor der Tür steht, dass ich Euch über dieses Event und verschiedene Bräuche informieren möchte. Dazu habe ich noch ein Video rausgesucht und passend ein Kreuzworträtsel entwickelt.

Schaut Euch diese Nachrichten an und findet die Lösungen für das Rätsel!

Osterrätsel

Rückblick und AusBlick

Liebe Eltern meiner Schüler der Arbeitsgruppe Länderkunde/ Interkulturelle Kompetenzen,

es hat mir großen Spaß gemacht mit Ihren Kindern die verschiedenen Themen zu bearbeiten. Nachdem wir uns unter dem Motto “Ich bin wie ich bin” kennengelernt und 10 Goldene Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander erarbeitet haben, sind wir zunächst durch das Weltall geflogen. Ich habe sehr gestaunt, wieviel doch Ihre Kinder schon darüber wissen.

Schließlich sind wir auf der Erde gelandet und haben viele interessante Fakten am Kinderglobus und Weltpuzzle erfahren. Dabei sind Ihren Kindern Fragen entstanden, die wir u.a. mit youTube-Videos versucht haben zu beantworten. Mit unserem “Kontinente-Spiel” prägten wir uns die unterschiedlichen Kontinente unserer Erde ein.

Zwischendurch haben wir über Bräuche verschiedener Feiertage in einigen Ländern erfahren. Zu Weihnachten sangen wir “Stille Nacht” in sechs Sprachen. Das hat Ihren Kindern große Freude gemacht.

Bevor wir nun endlich alle in die lang ersehnten Sommerferien gehen, gab es noch ein paar Tipps für Nachhaltigen Tourismus. Ich habe mich sehr gefreut, wie sich Ihre Kinder doch in so ein ernstes Thema einfühlen können und viele Ideen brachten.

Ich habe keine pädagogische Ausbildung und muss zugeben, dass es nicht immer ganz einfach war 15 SchülerInnen von der ersten bis zur vierten Klasse gleichmäßig mitzureißen. Doch ich bin mir sicher darüber, dass wir uns als Gruppe noch sehr gut einspielen werden.

Es wäre schön, wenn Ihre Kinder für das neue Schuljahr ihre Urlaubserlebnisse einbringen können. Dabei schauen wir immer auf der Weltkarte wo sich das Land befindet, die Länderfahne, besondere Bräuche oder Verhaltensregeln, ob es dort Berge oder Wasser gibt und wie das Klima ist. Übrigens muss man dazu auch nicht in ein anderes Land fahren um verschiedene Gepflogenheiten und Essgewohnheiten zu erleben!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern schöne, erholsame und erlebnisreiche Sommerferien!

Herzliche Grüße

Emily Hillig-Wolf

Gastbeitrag: Volunteering auf Galapagos

Von Ladina Bissinger (Autorin auf www.spitzbueblein.de)

Das Abitur in der Tasche, die scheinbar endlose Schulzeit hinter sich, steht so manch einer vor der Frage, was denn nun kommen soll.
Für mich war klar, gleich ein Studium zu beginnen, das wäre nichts für mich. Mich zog es hinaus in die Welt. Ich wollte Erfahrungen sammeln, Menschen kennenlernen, meine neu erworbene Freiheit genießen – und vor allem: etwas erleben, meine Lust auf Abwechslung und Abenteuer stillen.

So kam es, dass ich mich eines frühen Februarmorgens voll bepackt auf dem Frankfurter Flughafen wiederfand. Es folgten ein schmerzhafter Abschied von meinem Freund, lange Flüge mit zweifachem Umsteigen, Anfälle von Reiseübelkeit sowie große Aufregung angesichts des bevorstehenden Unbekannten. Meine Gefühle schwankten von großer Vorfreude bis hin zu totaler Verzweiflung, bis ich endlich an meinem Ziel angekommen war: den Galapagos-Inseln. Genauer gesagt, der östlichsten Insel des Archipels mit dem Namen San Cristóbal. Ich wurde schon von William, der für die Organisation Projects Abroad arbeitet, am Flughafen erwartet, meine Aufregung legte sich langsam und ich war sehr erleichtert.

Ankommen im neuen Zuhause

Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt betrat ich, begleitet von William, den Ort, den ich während der nächsten drei Monate mein Zuhause nennen sollte:

Zwei einstöckige, schlichte Häuschen auf einem großen umzäunten Grundstück. Drum herum ein weitläufiger Garten der von kargem eintönigem, bräunlich-erdigem Boden in ein wucherndes, grün strahlendes Meer aus einheimischen Pflanzen übergeht. Beim Anblick der Bananen, Papayas und unzähligen anderen Früchten und Gewächsen fühlt man sich auf Anhieb wie mitten im Dschungel.

Mein Zimmer, das ich mir die meiste Zeit über mit zwei andern Freiwilligen teile, lag im Haus der Gastfamilie. In diesem befanden sich darüber hinaus deren Zimmer, die Küche, das Ess- und Wohnzimmer, zwei Bäder sowie ein anderes Zimmer, das Platz für weitere Freiwillige bot. Im gegenüberliegenden Haus gab es vier weitere Zimmer für ebenfalls je zwei bis drei Projektteilnehmer. Davor befand sich eine, durch ein Dach vor Regen und Sonne weitgehend geschützte, Terrasse, die sehr schlicht, aber trotzdem gemütlich eingerichtet war. Das allgemeine Highlight waren die vier Hängematten, die zu bestimmten Tageszeiten wie der Mittagspause quasi durchgängig voll belegt waren. Auch für mich sollten sie im Laufe der nächsten Wochen immer wieder ein Ort zum Lesen, Schlafen, Musik hören oder über Gott und die Welt Nachdenken sein.

Zeit zu Entspannen auf der Terrasse
Zeit zu Entspannen auf der Terrasse

Zeit zum Entspannen auf der Terrasse

Alles in allem war die Unterkunft schlicht, aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – perfekt. Denn mehr wäre überhaupt nicht nötig gewesen. An guter Laune und Leben in der Bude mangelte es nie. Wie auch? Die offene, liebenswürdige und immer hilfsbereite Gastfamilie, deren einjährige Tochter, die die Herzen aller im Sturm eroberte, sowie viele abenteuerlustige Volunteers aus aller Welt sorgten für genügend Spaß und Unterhaltung.

An meinem ersten Tag wurde ich von allen mit offenen Armen empfangen und fühlte mich viel schneller als erwartet wie zu Hause. Heimweh? Absolut fehl am Platz!
Während der Vater der Gastfamilie bei der Arbeit war, kümmerte sich die Mutter rührend um ihre Schützlinge. Und das, obwohl sie mit ihren 22 Jahren selbst oft deutlich jünger als diese war. Sie kochte und erledigte nicht nur den Haushalt für teils knapp 20 Personen, sondern bot auch immer Ratschläge für Probleme aller Art sowie Hilfe beim Spanisch lernen an und war meist für jeden Spaß zu haben. So sollte sie schnell nicht nur meine Gastmutter bleiben, sondern auch zu einer sehr guten Freundin werden.

Auch mit den anderen Freiwilligen wuchs ich in null Komma nichts zu einer großen Familie zusammen. Durch die unterschiedliche Projektdauer der einzelnen Teilnehmer, herrschte zwar ein ständiges Kommen und Gehen, dies hinderte uns jedoch nicht daran, viel zusammen zu unternehmen und enge Freundschaften zu entwickeln. Ganz im Gegenteil dazu, brachte jeder neue Freiwillige immer etwas frischen Wind, neue Anregungen und dadurch noch mehr Abenteuer mit.

Es geht an die Arbeit

Doch selbstverständlich war ich nicht gekommen, um einfach nur Urlaub zu machen und zu entspannen.
Daher ging es auch schon am nächsten Morgen um kurz nach 5 Uhr in der Frühe los an die Arbeit. Auf dem Plan stand, wie von da an immer drei Mal die Woche: das Sealion-Monitoring. Bei dieser Aktivität arbeitet Projects Abroad eng mit dem Nationalpark zusammen. In Gruppen von meist zwei bis vier Freiwilligen ging es dabei an verschiedene traumhafte und idyllische Strände der Insel. Hier war es unsere Aufgabe sämtliche Seelöwen zu zählen, deren Geschlecht sowie das grobe Alter zu bestimmen und dies gemeinsam mit anderen Beobachtungen zu notieren. Die Ergebnisse wurden im Anschluss von Mitarbeitern des Nationalparks ausgewertet.

Geschlechterbestimmung der Seelöwen
Männel oder Weibchen?

Anschließend ging es in unsere Unterkunft zurück, wo unser Frühstück auf uns wartete. Gegen 7.30 Uhr fuhren wir dann weiter ins Galapaguera Tortoise Breeding Center. Dort war es unsere Aufgabe das Futter der Schildkröten zu transportieren, dieses für die Babys kleinzuschneiden, die Wasserbecken zu reinigen sowie verschiedene Pflanzen mit Macheten zu entfernen. Danach waren wir allesamt verschwitzt und erschöpft und sehnten erstmal unsere Dusche und das Mittagessen herbei.

La Galapaguera San Cristóbal
Schildkröten beim Fressen

Nach einer ausgiebigen Mittagspause, die jedoch wie im Flug verging, ging es wieder an den Strand. Dort beobachteten wir – ähnlich wie zuvor am Morgen – die Seelöwen und machten entsprechende Notizen. Nur das dieses Mal deren Verhalten im Fokus stand. Gegen 16 Uhr ging mein erster Arbeitstag zu Ende. Ich war aufgrund der Arbeit am Vormittag und des tropischen Klimas, an welches ich mich noch nicht ausreichend gewöhnt hatte, sehr erschöpft, aber glücklich und bestärkt darin, dass ich mit diesem Projekt die richtige Wahl für meinen Auslandsaufenthalt getroffen hatte.

Auch in den folgenden Wochen blieb unsere Arbeit immer sehr spannend und abwechslungsreich. Neben den üblichen Aufgaben die die Schildkröten und Seelöwen betrafen, standen auch immer wieder die Leguane oder Vögel im Mittelpunkt unserer Arbeit. Außerdem waren wir sehr häufig mitten im Dschungel unterwegs zum Beispiel um invasive Pflanzen zu bekämpfen oder arbeiteten auf dem Feld um für ausreichend Nachschub an Futter für die Schildkröten zu sorgen. Dabei durften wir auch an Orte, an die der normale Galapagos-Urlauber aufgrund strikter Vorschriften nicht so einfach gelangt und konnten so diese einzigartige Umgebung hautnah erleben sowie gleichzeitig zu ihrem Schutz beitragen. Zudem standen immer wieder regelmäßige Beach-Clean-Ups, das Pflanzen einheimischer Gewächse und ähnliche Aktivitäten auf dem Programm.

All das war oft zwar sehr anstrengend, aber durchaus eine sehr angenehme Abwechslung zum klassischen Schul- oder Büroalltag, bei der Spaß und Abenteuerfeeling nicht zu kurz kamen. Und dazu, auch noch eine sehr sinnvolle, durch die ein jeder von uns seinen Beitrag zum Erhalt dieses Paradieses an außergewöhnlichen Tieren, Pflanzen und anderen natürlichen Gegebenheiten leisten konnte.

Nach der Arbeit geht das Vergnügen weiter

Immer wieder standen in unserer Freizeit zudem auch sogenannte „Social Events“ auf dem Programm, die von Projects Abroad in die Wege geleitet wurden. Dabei handelte es sich um verschiedenste Aktivitäten wie Fußball, Schnorcheln, Wandern, Kajaken, Paddelboarding, Salsa-Kursen und ähnlichem – immer so abwechslungsreich wie möglich.

Auch außerhalb des Projekts stellte sich San Cristóbal als absolut traumhaft heraus. Egal ob nachmittags im Anschluss an unsere Arbeit oder an unseren freien Wochenenden – fast immer war ich zusammen mit anderen Volunteers unterwegs. Gemeinsam haben wir die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Insel entdeckt und zusammen Ausflüge z.B. zur nahe gelegenen Isla Lobos unternommen.

Freitags und samstags hieß es für mich und die anderen jüngeren Volunteers dann fast immer: Auf in die Stadt, um durch die Bars und Clubs zu ziehen, von denen wir alle sehr begeistert waren. So wurde in der Regel ausgiebig gefeiert, neue Bekanntschaften geschlossen und erst spät in der Nacht mit dem Taxi zurück zu unserer Unterkunft gefahren.

Auch das gemeinsame Anschauen des Sonnenuntergangs stand oft auf der Tagesordnung
Auch das gemeinsame Anschauen des Sonnenuntergangs stand oft auf der Tagesordnung

Auch das gemeinsame Anschauen des Sonnenuntergangs stand oft auf der Tagesordnung

Und wenn dann mal nichts Besonderes anstand, dann wurde die freie Zeit meist gemeinsam am Strand oder auf den Hängematten im Café verbracht. Dort kamen wir häufig mit sympathischen Touristen und Einheimischen in unserem Alter in Kontakt und es entwickelten sich schnell enge Freundschaften. Langweile gab es so gut wie nie.

Was am Ende zählt

Ich kann nur betonen, wie einzigartig und fantastisch die Zeit auf den Galapagos-Inseln für mich war, da es unmöglich ist, dies alles mit Worten und in nur einem einzigen Text zu beschreiben.
Ich habe Kontakte und enge Freundschaften mit verschiedensten Leuten aus aller Welt geknüpft, die hoffentlich noch lange weiter bestehen werden. Wir hatten gemeinsam so viel Spaß, interessante Gespräche und einzigartige Erfahrungen, dass es unglaublich schwer viel sich am Ende von allen verabschieden zu müssen und auch so manche Tränen flossen.

Reisen wie diese regen zum Nachdenken an
Reisen wie diese regen zum Nachdenken an

Außerdem habe ich das Gefühl durch meinen Auslandsaufenthalt persönlich enorm gereift zu sein. Solch eine Reise erweitert den eigenen Horizont unvorstellbar und hat mir darüber hinaus zu verbesserten Sprachkenntnissen, mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit, einem erhöhten Bewusstsein für die Umwelt und vermutlich noch vielem mehr verholfen. Daher kann ich solch eine Erfahrung jedem, der nicht sein ganzes Leben in seiner Komfortzone auf dem heimischen Sofa verbringen möchte, eindeutig weiterempfehlen.

Es heißt schließlich nicht umsonst: „Jobs füllen deine Brieftasche, Abenteuer füllen deine Seele!“

Ladina Bissinger
Mehr Artikel dazu bald auch auf meinem eigenen Blog, unter www.spitzbueblein.de

Freizeit und Familien auf San Cristóbal

Wie schon erwähnt, wurden wir von Anfang an herzlich aufgenommen in der Familie auf San Cristóbal. Consuelo und Ofelia bereiten uns jeden Tag das Essen zu und berücksichtigen auch meine Essgewohnheit. Liebevoll kümmern sie sich mit um unsere Söhne. An besonders heißen Nachmittagen können wir das Baby sogar bei ihnen lassen, bis die Arbeit getan ist.

Ofelia und das Baby bei einer Siesta.
Ofelia und das Baby bei einer Siesta.

Geduldig lernen die Beiden Spanisch mit unserem großen Sohn und auch mit uns. Selbst der 23-jährige Sohn Jorge schleppt zu gern unser Baby rum und schaut mit den beiden Jungs Fußball im Fernseher.

Durch die sozialen Aktivitäten wie Social Dinner, Fußball, Ausflug auf der Insel, SalsArobic, Kajaking, …, die ProjectsAbroad vor Ort anbietet, finden wir auch mehr Anschluss zu den anderen Volunteers, die in einer Gruppenunterkunft am Rande der Stadt untergebracht sind.

Es gibt verschiedene örtliche Möglichkeiten für Volunteers Fußball am Nachmittag
Es gibt verschiedene örtliche Möglichkeiten für Volunteers Fußball am Nachmittag

Marit und Rachael wohnen mit uns im Haus. Wir empfinden diese Wohngemeinschaft als sehr angenehm und haben gemeinsam viel Spaß. Die beiden kaspern mit dem Großen rum, wie wir es schon gar nicht mehr in der Lage sind.

Baden an einer der herrlichen Strände
Baden an einer der herrlichen Strände

Kein Wunder, dass unser Sohn sich später nur sehr schwer von den Mädels trennen kann.

Während der Woche gehen wir nach der Arbeit natürlich an die verschiedenen Strände in unserer Umgebung, wo wir direkt neben und mit den Seelöwen schwimmen. Da wir nicht weit vom Zentrum entfernt wohnen, können wir alles gut erlaufen.

Inselerkundung

An einem Samstag entdecken wir gemeinsam mit Consuelo, die Orte, die wir durch unsere Arbeit noch nicht kennengelernt haben. Wir klettern ins Baumhaus im Quinta el Ceibo, lunchen neugierig in deren Gemüsegarten und nutzen den Seilgarten zum kleinen Auspowern.

Im Baumhaus kann man sogar Übernachtungen buchen; voll ausgestattet mit Schlafzimmer und WC
Im Baumhaus kann man sogar Übernachtungen buchen; voll ausgestattet mit Schlafzimmer und WC

Als wir später mit dem Taxi Puerto Chino ansteuern, bemerke ich, dass irgendwas an mir fehlt. Ich habe die Kameratasche am Baum stehen lassen, als wir unserem Sohn bei seiner Trapeznummer halfen. Doch ich bin irgendwie nicht beunruhigt und vertraue auf mein Glück, dass alles noch da ist, wenn wir auf dem Rückweg nochmal vorbei fahren. Wir halten Kurs auf Puerto Chino mit einem Abstecher zur El Junco Lagoon in einem alten Vulkan.

Auf San Cristobal ist es so ähnlich wie bei uns zu Hause. Jeder kennt jeden aufgrund der übersichtlichen Einwohnerzahl, versicherte uns William bei unserer Ankunft. Und bisher hatten wir auch nie das Gefühl unsicher zu sein oder unsere Sachen in Gefahr zu wissen. Im Gegenteil. Unsere Zimmertür ist stets offen, auch wenn wir nicht zu Hause sind.

Und so finden wir später schließlich auch unsere Tasche unberührt wieder. Zuvor gehen wir am Puerto Chino schwimmen und Schnorcheln mit Seelöwen und Wasserschildkröten, beobachtet von den Pelikanen auf den Felsen sitzend. Ein herrlich kleiner, weißer Sandstrand lädt uns zum Ausruhen und die Kinder zum Buddeln ein. Mit dem Taxifahrer hatten wir eine Zeit zur Abholung vereinbart.

Inselerkundung zu Wasser

360°-Tour um San Cristóbal - Tagesausflug
360°-Tour um San Cristóbal – Tagesausflug

Am darauffolgenden Sonntag startet in der Frühe unsere gebuchte 360°-Tour rings um San Cristóbal. Nun kann endlich die Schnorchelbrille unseres Sohnes zum zweckechten Einsatz kommen, statt nur als sein Badewannenaccessoire zu sein.

Doch bevor es richtig los geht sollen wir erst noch einmal Relaxen lernen. Als wir in sicherer Entfernung vom Hafen sind beschließt einer der beiden Außenborder es für heute ruhen zu lassen. Für eine Stunde spielen die Wellen mit unserem Boot, die der übrige Außenborder auszugleichen versucht. Mein Mann liegt lieber bis das „Rettungsboot“ kommt. Schiffswechsel ist angesagt und weiter geht es, weniger komfortabel als das andere Boot, aber wir wollen ja ins Wasser.

Eco-Tour um San Cristóbal
Eco-Tour um San Cristóbal

Erste Station, Bahía Rosa Blanca. Nachdem wir von Bord gegangen sind, gibt es einen kurzen fußbrecherischen Marsch zu einer kleiner Lagune am Meer, wo sich Galapagoshaie tummeln. Von außen können wir sie schon sehen und nun ab zu ihnen ins Wasser.

Schnorcheln mit den Haien; Angst- und Glücksgefühlliegen so nahe beieinander
Schnorcheln mit den Haien; Angst- und Glücksgefühl liegen so nahe beieinander

Der Plan war, dass mein Mann und ich uns abwechseln mit Schnorcheln aufgrund des Babys. Das sieht unser Guide gar nicht ein. Ab mit uns ins Wasser, er hat das schließlich jeden Tag und fünf Kinder hat er außerdem auch zu Hause! Das Baby beschwert sich nicht über den Personenwechsel, also folge ich den beiden Jungs ins Haibecken.

Unser Sohn war zuvor noch nicht richtig schnorcheln, also lernen wir das hier bei einer der gefürchtetsten Meeresbewohner. Seine Angst löst sich sehr schnell, sodass er problemlos mit mir durch die Lagune vorbei an den in Wahrheit ungefährlichen Tieren (bei Einhaltung der Regeln) schwimmt. Als wir zum Boot zurückkehren entdecken wir einen Meerestierfriedhof. Trauriger Anblick einerseits, aber gut für ein bisschen Biologieunterricht. Und wieder die vielen Fragen, die wieder auf uns einschmettern, … Da müssen wir gleich an unseren Nachbarn denken, der bis vor kurzem noch Biologielehrer war; Viele Grüße nach Hause!

Meerestierfriedhof für Biologieunterricht
Meerestierfriedhof für Biologieunterricht

Der nächste Kurs bringt uns nach Punta Pitt. Hier gibt es eine geführte Schnorcheltour. Ich schwimme wieder im Doppel mit meinem Sohn, weil ich sonst keine Ruhe habe. Und richtig. Er bekommt Probleme mit seine Brille, die wir erst wieder richten müssen. Schließlich versuchen wir an die Gruppe wieder anzuschließen, nehmen dazu aber den falschen Weg, was uns zum Verhängnis wird. Eine Welle erwischt uns, instinktiv schiebe ich meinen Sohn vor mich, damit er nicht gegen die Steine donnert. Mein Bein brennt von der Kollision mit dem Riff, aber ich bin froh, dass der Große nichts von meiner kurzen Panik bemerkt hat und sich friedlich im Wasser treiben lässt.

Mit Zeichensprache verständigen wir uns unter Wasser. „Wow“, denke ich, „mein Sohn ist kein kleines Kind mehr. Schade!“, bedaure ich, und bin zugleich glücklich mit ihm das erleben zu dürfen. Wir schauen uns gemeinsam diese herrlichen bunten, wirklich bunten großen Fische an und staunen beide. Ich beschließe den anderen nicht weiter zu folgen und kämpfe mich mit dem inzwischen frierenden Kind zurück zum Boot. Es hatte ein gutes, dass wir falsch geschwommen sind; mein Mann sah diese bunten Fisch nicht auf seiner Route. Dennoch würde ich das so nie wieder machen. Viele Gedanken gehen mir nachträglich durch den Kopf und ich bin dankbar für den Schutzengel, der Schlimmes verhindert hat.

Ausruhen auf dem Boot auf der 360° Tour um San Cristóbal
Ausruhen auf dem Boot auf der 360° Tour um San Cristóbal

Wassersport macht hungrig. Natürlich gibt es Fisch für die Jungs und auch hier wird meine fleisch- und fischfreie Ernährung respektiert. Bis Bahía Sardina dauert es ein Weilchen, sodass wir erstmal verdauen und ausruhen können. Hier schwimmen wir mit Wasserschildkröten und vielen kleinen bunten Fischen.

Unser Sohn hat genug für heute, „mir reicht´s jetzt zu“, verkündet er mit blauen Lippen. Ihm wird nicht mehr warm. Den letzten Gang ins Wasser machen mein Mann und ich also alleine. Besser so, wie wir im Nachhinein empfinden. Das Wasser am León Dormido war trotz Neoprenanzügen eisig kalt und es war eine lange Tour. Die Hammerhaie treffen wir hier heute nicht, aber Galapagoshaie, Schildkröten, viele bunte Fische, Seelöwen und Seesterne.

Die traumhafte Welt vor San Cristóbal
Die traumhafte Welt vor San Cristóbal

Es ist einfach atemberaubend schön! Als wir wieder an Bord kommen strahlen uns unsere Kinder mit Kuchen in der Hand an. Das war ein schöner Tag, beschließen wir einstimmig. Unser Sohn ist total stolz, dass der Hai nur 60 Zentimeter von ihm entfernt gewesen sein muss

 

Es ist einfach atemberaubend schön! Als wir wieder an Bord kommen strahlen uns unsere Kinder mit Kuchen in der Hand an. Das war ein schöner Tag, beschließen wir einstimmig. Unser Sohn ist total stolz, dass der Hai nur 60 Zentimeter von ihm entfernt gewesen sein muss.

Ausflug nach Isabela und Santa Cruz

Unsere Fähre startet 14:00 Uhr nach der Arbeit von San Cristóbal nach Santa Cruz. Zwei Stunden dauert die Überfahrt. Dadurch, dass jetzt kleinere Motorboote statt einer großen Fähre zu Überfahrt genutzt werden, so erzählt uns später eine Mitarbeiterin des Nationalparkes auf Isabela, kann man nur selten Delfine unterwegs sehen – zu viel Verkehr auf dem Wasser. Schade!

Pelikane freuen sich auch über Fischers Beute auf Santa Cruz
Pelikane freuen sich auch über Fischers Beute auf Santa Cruz

Da wir mit etwas Verspätung Santa Cruz erreichen, bleibt uns heute nicht mehr all zu viel Zeit. Wir bringen unsere Sachen in das Hostel, welches William für uns bereits klar gemacht hat und starten gleich wieder ins Geschehen.

Fünf der Galapagosinseln sind bewohnt. Über die Hälfte, nämlich ca. 12.000 Einwohner, leben auf Santa Cruz. Puerto Ayora ist die größte Stadt, wo es nur so von Touristen wimmelt. Und wir nun mitten drinnen. Das meiste, große bunte Treiben spielt sich auf der Avenida Charles Darwin ab. Diese Straße wird uns morgen zu unserem Ziel führen. Im Rincon del Alma wollen wir heute mal was anderes als Reis essen, denn den gab es nämlich in den letzten zwei Wochen täglich.

Tag 1 Isla Isabela

Am nächsten Morgen geht das nächste Boot 7:00 Uhr zur Isla Isabela. Wieder eine Schmerzhafte Zeit für die Kinder. Ein schnelles Frühstück, beide Kinder in den Kinderwagen und Start frei! Um neun erreichen wir die größte und jüngste Insel der Inselgruppe. Hier ist nochmal eine Extra Nationalpark-Gebühr in Höhe von 10 USD fällig. Da wir aber unsere Volunteer-Ausweise vorhalten, zahlen wir nur die Hälfte. Ein Taxi bringt uns zum Haus Williams Freundes, wo wir bereits erwartet werden. Auch hier halten wir uns nicht lange auf um die Zeit maximal zum Entdecken auszunutzen.

Las Tintoreras - Bootsausflug auf Isabella
Los Tintoreras – Bootsausflug auf Isabela

Wir nehmen ein Boot zu den Los Tintoreras, gehen an Land einer kleinen Vulkaninsel, wo wir allerhand Wildtiere zu Gesicht bekommen. Und schließlich erschnorcheln wir auch hier die wunderbare Welt des Meeres. Für den Schnorchelgang durch das Riff bleiben die Jungs diesmal an Bord und ich wage mich alleine zu den Raubtieren, die ganz dicht unter meinem Körper lang schwimmen. Da merkt man wie nah Angst- und Glücksgefühle beieinander liegen und wie ohnmächtig man im Wasser ist. Ich genieße diese scheinbar friedliche Welt mit ihren schimmernden Farben für eine halbe Stunde, bevor ich meinen Jungs wieder an Bord Gesellschaft leiste.

Stadtspaziergang auf Isabella
Stadtspaziergang auf Isabella

Am frühen Nachmittag sind wir bereits wieder an Land und wollen nun noch ein bisschen Isabela entdecken. Trotz das die Insel mit 4588 Quatratkilometern die größte der Gruppe ist, zählt sie nur ca. 1000 Einwohner. Um alles auf der Insel in Ruhe ansehen zu können, sind drei Tage wohl geeigneter. Der Ort lässt sich an diesem Nachmittag erlaufen. Schließlich besuchen wir noch die Villamil Lagoon.

Ein kleiner Wanderweg führt uns ca. einen Kilometer vorbei an Flamincos und anderen Wasservögeln bis zur Schildkrötenaufzuchtstation, dem Centro de Crianza de Tortugas, die natürlich vor fünf Minuten geschlossen wurde.

Flamingo in der Villamil Lagoon
Flamingo in der Villamil Lagoon

Ein Angestellter kommt uns entgegen um uns zu sagen, dass „morgen wieder … ab neun Uhr geöffnet“ sei. Doch wir sind morgen schon wieder auf dem Rückweg, beklagen wir. Er möchte auf keinen Fall, dass wir traurig gehen und lässt uns schließlich doch noch passieren. Darüber freuen wir uns natürlich riesig. Hier erfahren wir, dass die auf den Inseln lebenden Schildkröten alle einer eigenen Rasse angehören. Man unterscheidet sie zum Beispiel anhand der Panzerform, die für uns nur durch genaues hinschauen erkenntlich wird.

Die Schildkröten im Centro de Crianza de Tortugas schlafen schon. Ganz deutlich erkennen wir den Unterschied zu den uns bereits bekannten Tieren anhand der Panzerform.
Die Schildkröten im Centro de Crianza de Tortugas schlafen schon. Ganz deutlich erkennen wir den Unterschied zu den uns bereits bekannten Tieren anhand der Panzerform.

Wie meistens, haben wir eher schlechten Internetempfang. Wir warten auf die Nachricht von Rachael und Marit, dass sie ebenfalls auf der Insel gelandet sind. Nach der Aufzuchtstation lassen wir uns in einer super gemütlichen Strandbar nieder um dort auf die beiden zu warten, denn Marit wird heute 23 Jahre jung.

Und dieser Platz erscheint uns der richtige um dies zu zelebrieren. Doch das Internet ist auch für die anderen beiden nicht einfacher zu erhaschen, sodass sie unsere Nachricht nicht bekommen.

Toben in der Strandbar ist ausdrücklich erlaubt. Chillen sowieso!
Toben in der Strandbar ist ausdrücklich erlaubt. Chillen sowieso!

Als es dann stockfinster ist, beschließen wir zur Unterkunft zurückkehren, wo wir dann beide doch noch treffen. An diesem Abend heißt es für uns sechs Abschied voneinander nehmen, da wir uns nicht mehr auf San Cristóbal treffen werden. Eine kleine Hoffnung bleibt für unseren Sohn; das wir Marit auf Samoa wieder treffen.

Tag 2 Isla Santa Cruz

6:00 Uhr morgens geht unser Boot nach Santa Cruz. Schmerz lass nach! Unser Taxi steht überpünktlich vor der Tür. So viel Streß am Morgen vertragen die Kinder nicht. Kein Wunder, dass das Baby den Hafen zusammen schreit, sodass die Polizisten entscheiden, wir mögen bitte an der Menschenschlange vorbei kommen und zuerst abgefertigt werden.

Mit dem Wassertaxi an Bord "der Fähre". Mann sollte unbedingt 1 USD pro Person pro Taxifahrt haben. Und das braucht man an jedem Hafen.
Mit dem Wassertaxi an Bord “der Fähre”. Mann sollte unbedingt 1 USD pro Person pro Taxifahrt haben. Und das braucht man an jedem Hafen.

So früh am Morgen ist die Chance größer, Delfine, Wale und andere Meeresbewohner beobachten zu können. Mein Spanisch ist inzwischen so weit, dass ich mich mit dem Kapitän auf eine Diskussion einlasse. Ich möchte gern oben bei ihm sitzen. Auf Galapagos wird erst alles in Frage gestellt, ob das wirklich gut ist für die Kinder, die Herrscher über die Erwachsenen. Er willigt ein und trifft alle Vorkehrungen, dass es auf keinen Fall unangenehm wird für uns bei ihm. „Süß!“, denke ich. Es ist ein herrlicher Morgen, doch ich kämpfe, bei dem monotonen Motorgeräuschen und Gezuckel über das Meer, mit meinen Augenlidern.

Die Mägen brummeln. Unseren Hungern stillen wir mit dem Gebäck aus der Bäckerei auf Isabela, die deutschen Kuchen anbietet. Unser Sohn hat sich für Nussecke und wir uns für gefüllte Blätterteigtaschen entschieden. Echt gut das Zeug! Den Kaffee dazu gibt es in der uns bekannten Bar. Auf unserer Wish-to-see-Liste für diese Insel steht die Charles Darwin Research Station. Vom Hafen aus kommt man sehr schnell zu Fuss dahin. Auf dem Weg dahin wollten wir unserem Baby eigentlich eine lustige selbstgestrickte Schildkrötenmütze kaufen, doch die Läden sind alle geschlossen, vermutlich weil Sonntag ist.

Lonesame George, der letzte seiner Art.
Lonesame George, der letzte seiner Art.

Im Forschungszentrum werden Möglichkeiten des Umweltschutzes sowie einheimische Flora und Fauna, aber auch mitgebrachte Schädlinge dokumentiert. Außerdem lernen wir hier den Lonesome George (Einsamer Georg) kennen. Er ist eine Schildkröte, der letzte seiner Art, 2012 verstorben, in New York präpariert und schließlich hier in einem Gebäude, mit entsprechend zur Erhaltung geschaffenen Bedingungen, ausgestellt. Die deutsche Mitarbeiterin, die ihre Liebe auf dieser Insel gefunden hat, erklärt unserem Sohn alles extra nochmal in Deutsch. Dieses Wissen wird er später gern mit anderen teilen.

Ein echtes Walskelett bekommen wir im Informationscenter zu Gesicht.
Ein echtes Walskelett bekommen wir im Informationscenter zu Gesicht.

Im Besucherzentrum können wir noch ein echtes Walskelett bestaunen und mit einer Spende erhalten wir ein nützliches Souvenir; eine Laptophülle, darauf der einsame Georg. Dann piept der Alarm des Handys. Wir müssen uns auf den Rückweg machen.

Unser Boot nach San Cristóbal geht um zwei. Es ist merkwürdig, die Überfahrt dahin fühlt sich schon an wie heimkehren. So fühlen wir uns auch schon tatsächlich auf der uns so lieb gewonnenen Insel, wie zu Hause. Im Casablanca, die Stammbar der Volunteers, treffen wir Daniel, John und William auf ein Bierchen. Am Abend wird es dann amtlich; Unsere Zeit auf San Cristóbal geht zu Ende. Am nächsten Morgen fließen dann wieder Tränen als wir uns von unserer Familie auf Zeit verabschieden. William bringt uns zum Flughafen, wo wir gleich unser Gepäck aufgeben und … wie soll es anders sein, den Beleg über die bezahlte Gebühr in genau diesem Gepäck haben. Wir kommen also nicht weit. Gepäck zurück, Beleg raus, erst dann dürfen wir durch den Kontrollposten. Auf Wiedersehen Galapagos!

¡Adiós Galapagos, espero adiós por ahora! ¡Consuelo y Ofelia! Era tan agradable con usted. Tenemos disfrutado el tiempo y deseado mejor quedarse más largo. ¡Muchisima graçias por todos! Y también tenemos disfrutado la cooperación con todos del team de Galapagos Conservation. Muchas graçias por la posibilidad siendo con vosotros con nuestro niños! ¡Gracias William por tu apoyo durante todo el tiempo!

Die Arbeit mit ProjectsAbroad auf San Cristóbal

Kinder ab 4 Jahren können bei ProjectsAbroad mitten drin, statt nur dabei sein.
Kinder ab 4 Jahren können bei ProjectsAbroad mitten drin, statt nur dabei sein.

Von Montag bis Freitag, von sieben Uhr in der Frühe bis halb vier am Nachmittag, ist für uns Arbeitstag angesagt. Zum Wohle des Nationalparks, der Riesenschildkröten, Seelöwen, Petrels (Vögel) sowie Iguanagas (Wasser- und Landleguane) und Haie helfen wir auf San Cristóbal in einem Umweltschutzprojekt von ProjectsAbroad die “Juwelen” der Insel zu erhalten. Dazu gehören so einige Aufgaben, die wir mit großem Vergnügen übernehmen, weil das Resultat eine wunderbare Begleiterscheinung hat – die Nähe zu diesen “Juwelen”.

Schildkrötenpflege

Arbeit in der Galapagera
Verschiedene Aufgaben in der Galapagera auf San Cristóbal

In der Galapaguera reinigen wir die Pools der Tiere, füttern das zuvor mit Macheten geerntete Otoy und gießen die Pflanzen.

Arbeiten in der Galapagera auf San Cristóbal
Arbeiten in der Galapagera auf San Cristóbal

Unser Sohn ist voll dabei und genießt wie wir die Nähe zu diesen wundervollen Tieren – meinen Lieblingstieren. Manchmal jedoch ist es ihm doch unheimlich, wenn die älteste Bewohnerin zur Begrüßung auf ihn zukommt und durch ihre Größe fast auf seiner Augenhöhe vor ihm erscheint.

Pflanzenpflege

Gegenüber der Galapaguera befindet sich das Planthouse, welches nicht für den Tourismus vorgesehen ist. Hier bereiten die Ranger des Nationalparkes die Pflanzen zur Renaturierung bestimmter Plantagen der Insel vor.

Die Machete wird nicht nur zum Ernten verwendet, sondern auch zum Unkraut jäten.
Die Machete wird nicht nur zum Ernten verwendet, sondern auch zum Unkraut jäten.

Durch die Vereinbarungen zwischen der lokalen Verwaltung und dem Verein Galapagos Conservation kann der Nationalpark unsere Hilfe ebenfalls nutzen. So helfen wir hier bei der Pflanzenpflege. In einer Otoyplantage ernten wir die Knollen, die aussehen wie Kartoffeln, um sie für die neue Bepflanzung zu nutzen. Die kleineren Pflanzen befreien wir vom Unkraut. Die Otoyblätter hier dienen als Futtermittel für die Schildkröten.

Observation der Seelöwen, Petrels und Leguane

Am Hafen pflanzen wir Mangroven auf dem Strand um den Seelöwen und auch den Haien mehr Schutz zu bieten. Die Seelöwen werden jeden zweiten Morgen gezählt. Dafür heißt es 5:00 Uhr Aufstehen. An den Nachmittagen dieser Tage wird dann das Verhalten der Tiere beobachtet. Von Interesse sind dabei die Bestimmung des Geschlechts, welche Rolle spielt das Tier in der Kolonie, was macht jedes Einzelne zum Zeitpunkt der Observation und vor allem Auffälligkeiten (Krankheiten, Verletzungen, verendete Tiere). Alles wird übersichtlich in einem Protokoll dokumentiert.

Seelöwenbaby am Playa Loberia
Seelöwenbaby am Playa Loberia

Petrel in seinem Erdnest
Petrel in seinem Erdnest

Eine gute Kondition erfordert die Observation der Petrels, denn diese bauen ihre Nester in Erdlöchern in steilen Abhängen in der Nähe von Süßgewässern. Doch auch diese Herausforderung meistern wir vier. Unser Sohn kraxelt drei Stunden mit uns durch den Regenwald. Als Belohnung gibt es im Wald selbstgeerntete Bananen, die wir zum Teil gleich verputzen und den Rest am Abend als Banana-Shake genießen werden.

Um die Leguane zu zählen und deren Verhalten zu bestimmen, müssen wir über große Steinbrocken balancieren. Dabei heißt es Augen auf! Denn die Tiere sind, wenn auch von der Größe her kaum zu übersehen, schwarz wie das Lavagestein auf dem sie sich tummeln. Sie verschaffen sich Respekt bei uns durch ihre Wasserfontänen, die sie aus der Nase sprühen. Das wirkt verärgert, weshalb wir einfach den nötigen Abstand bewahren.

Wasserleguan am Playa Loberia
Wasserleguan am Playa Loberia

Müllbeseitigung

Eine unserer Aufgaben ist für uns nicht neu, da wir dies schon während der ganzen Reise praktizieren, mit Vorbild voran unser Sohn! Auch auf Galapagos ist ein großes Thema der Müll. So ist es für uns kein Problem, eher selbstverständlich, dass wir bei der Müllbeseitigung mithelfen. Wir bekommen zudem die Gelegenheit uns das Entsorgungssystem vor Ort zu besichtigen. Dazu werden wir mit Mundschutz und Gummihandschuhen ausgestattet. Das Baby wird zudem von einem Netz geschützt.

Müll ist ebenfalls ein ganz großes Thema
Müll ist ebenfalls ein ganz großes Thema

Unsere Kinder sind einfach tolle Arbeitskollegen. Beide ermöglichen uns dieses Projekt durch ihre sozialen Kompetenzen. Das Baby hängt auf meinem Rücken und nutzt wie wir die Pausen zum Essen. Der Große ist mit vollem Einsatz dabei und klärt zudem noch deutsche Touristen mit seinem Wissen über die Tiere und über unsere Arbeit auf. Er hat alle auf seiner Seite. DANKE an unsere lieben Kinder!

… Fortsetzung

Freiwilligen Dienst auf den Galapagosinseln

Unser Flug geht erst am Abend von Santiago nach Guayaquil (Ecuador). Dort landen wir noch vor Mitternacht. Unser Flug nach San Cristóbal (Galapagosinseln, Ecuador) wird zwar erst am Folgetag zwölf Uhr am Mittag sein, dennoch hatten wir beschlossen, unter Abwägung was wohl stressiger sein würde (Schlafen auf dem Flughafen oder Tränen der Kinder und Gehetze zurück zum Flughafen), nicht erst das Flughafengebäude zu verlassen. Jedoch ist der internationale Flughafen wesentlich kleiner als erwartet und bietet uns nur direkt vor der Gepäckkontrolle einen Schlafplatz. Das Baby in seiner Babyschale und der Große im Kinderwagen haben die wohl besten Plätze erwischt. Für uns ist Schlafen in Schichten angesagt. Um vier Uhr morgens ist Wechsel.

Die einheimischen Fluggäste werden hier nicht nur von einer Person zum Flughafen gebracht. Nein, die vollständige Familie möchte die Gelegenheit haben, sich so spät als möglich vom Verreisenden zu verabschieden. Dementsprechend befinden wir uns plötzlich auf einem Rummel. Mein Mann kann unter diesen Umständen nicht mehr schlafen, was mir nach den letzten fünf Stunden Handy-Junk, um wach zu bleiben, nicht mehr schwer fällt.

Biometrischer Reisepass
Biometrischer Reisepass

Acht Uhr können wir schließlich das Einreiseprozedere antreten. Nachdem wir die Gebühr bezahlt haben, das komplette Gepäck durchleuchtet und versiegelt wurde, können wir für unseren Flug nach San Cristóbal einchecken und frühstücken. Dann ist es soweit! Wir sind aufgeregt, weil wir keine Ahnung haben was uns erwarten wird.

Als wir gerade an Bord gehen wollen, höre ich plötzlich meinen Namen durch den Lautsprecher des Flughafens grölen, ich möge mich doch sofort im Erdgeschoss melden. Was? Jetzt! Ja, jetzt, bestätigt mir das Flughafenpersonal beim Boarding. Wohin? Ich versuche mich ruhig zu halten, was mir sehr schwer fällt, da mein Mann und die Kinder ins Flugzeug gesandt worden. Zur Sicherheit nehme ich meinen Pass diesmal mit. Diesmal werde ich vorbereitet sein! (Für unsere Trennung am Flughafen gibt es bereits eine tränenreiche Anekdote während einer anderen Reise.) Als ich das Erdgeschoss erreiche, was eher wie ein Keller wirkt, stehen da sehr viele Passagiere mit der selben Frage wie ich: „Was gibt’s so Dringendes kurz vorm Start?!“

Einer nach dem Anderen muss den Koffer öffnen. Die Argentinierin hinter mir tobt ganz laut und mir wird gleich nochmal schlecht; Die Schlüssel für die Schlösser unserer Taschen befinden sich in der Obhut meines Mannes. Ich atme tief durch und lasse es auf mich zu kommen. So muss ich schließlich nur den kleinen Koffer mit dem Zahlenschloss öffnen. Ich bin Schweißgebadet nachdem ich alle rausgerissenen Sachen irgendwie versucht habe wieder in den Koffer zu quetschen und diesen schließlich so auch wieder geschlossen bekomme. Gott sei Dank ist die schnaufende Argentinierin auch noch hier als ich es endlich geschafft habe. Ich rase durch das Flughafengebäude, denn der Abflug sollte bereits passiert sein. Ich kann es förmlich fühlen wie hochrot mein Kopf ist als ich das Flugzeug erreiche. Der freundliche Stuart beruhigt mich, dass ich nicht die Letzte bin. Das scheint hier also Gang und Gebe zu sein.

Unser Sohn im Cockpit bei den Piloten
Unser Sohn im Cockpit bei den Piloten

Für den Großen gibt es im Flugzeug eine ganz besondere Überraschung; Er darf die Piloten im Cockpit besuchen. Und das i-Tüpfelchen dabei ist, dass der Pilot auch noch Deutsch spricht und ihm Rede und Antwort steht. Unser Kind ist überglücklich und unser Aufenthalt auf den Galapagosinseln hat damit doch noch einen guten Start.

Auf dem Flughafen auf San Cristóbal wartet schon William auf uns. Doch wir müssen, wie alle anderen, noch durch den Zoll und ein weiteres Mal durch die Gepäckkontrolle. Von der weiteren Gebühr des Nationalparks in Höhe von 100 USD pro Person sind wir befreit, da wir als Volunteers einreisen und die entsprechenden Papiere dafür in Chile, hier zur Vorlage, in letzter Minute ausgedruckt haben. Nur unser Sohn muss zahlen, da er kein Baby mehr ist, aber auch noch nicht über 18 Jahre alt.

Unser Gepäck wird im Pick-Up verladen, mit dem wir zunächst, gemeinsam mit William eine Runde durch unseren Wohnort der nächsten zwei Wochen drehen. Unser Sohn ist ganz aus dem Häuschen vor Freude als er den Strand sieht und würde am Liebsten gleich da bleiben. Doch nach dieser Anreise brauchen wir eine Dusche und ein wenig Schlaf in einem Bett.

Von Stunde Null an sind wir hier Zu Hause.
Von Stunde Null an sind wir hier Zu Hause.

Diese Begehrlichkeiten bekommen wir bei Consuelo und Ofelia, unseren „abuelas nuevas“ (neuen Omas) auf Zeit. Wir fühlen uns sofort Herzlich Willkommen in deren Familie und bekommen von Stunde Null ein liebevolles Zuhause geboten.

Am späten Nachmittag treffen wir José Luis, der hier auf San Cristóbal unser Vorarbeiter sein wird. Er erklärt uns was unsere Aufgaben sind und gibt uns Informationen über die Tiere und Pflanzen dieser Insel. Wir sind alle noch sehr aufgeregt und freuen uns riesig auf die bevorstehende Zeit.

Seit ich Jugendliche bin träume ich davon die Galapagosinseln zu besuchen. Meine Tante hatte mir davon erzählt und mir damals Schildkrötenohrringe mitgebracht, die ich für meine Schulprüfungen bis hin zur Diplomprüfung als Talisman verwendet habe. Dieser Traum geht nun wirklich in Erfüllung. Vielleicht denke ich hier deshalb so viel an meine inzwischen verstorbene Tante.

… Fortsetzung folgt.

Einreisebestimmungen für Galapagos

Einreisebestimmungen für Galapagos sind unbedingt ernst zu nehmen!

Schuhsohlen aller, auch im Gepäck befindlichen Schuhe reinigen! Das Einführen sämtlicher Lebensmittel auf die Galapagosinseln ist ausnahmslos untersagt. Es werden Stichproben des aufgegebenen Gepäcks vor dem Boarding durchgeführt!

Schritt 1.

Biometrischer Reisepass

In Ecuador auf den Flughäfen Quito oder Guayaquil muss man sich vor dem Check-In bei INGALA für die Ein- und Ausreisekarte für die Galapagosinseln registrieren. Durch diese Registrierung werden alle Besucher auf Galapagos erfasst um so den Besucherstrom besser zu kontrollieren und auch illegaler Einwanderung vorzubeugen. US$ 20 pro Person kostet die Registrierung, welche ausschließlich in bar zu zahlen ist.

Folgende Informationen werden abgefragt:

  • Vollständiger Name
  • Passnummer
  • Nationalität
  • Familienstand
  • Geburtsdatum
  • An- und Abreisedatum Galapagos
  • Hotelkontakt oder Schiff auf Galapagos, bzw. Aufenthaltsort
  • ggf. Zertifikat für Freiwilligen Dienst

Schritt 2.

Bei Ankunft auf den Inseln wird die Nationalparkgebühr von US$ 100 pro Person erhoben (nur in bar). Jeder muss diese Eintrittsgebühr bezahlen, sofern er/sie kein Volontariat nachweisen kann. Die Quittung sollte man gut im Pass aufbewahren, denn diese wird bei Ausreise wieder am Flughafen verlangt! Kinder unter 12 Jahren erhalten einen Nachlass von 50 % auf die Gebühr.

Unbedingt vorher vor Ort erkundigen, ob es Neuerungen gibt!

Weitere, immer aktuelle Informationen gibt es beim Auswaertigen Amt.

Chico Norte bis Santiago

Für unseren Sohn ist es aufregend im Auto zu schlafen, er findet das „super cool“. Das Baby findet es auch nicht so schlimm, wenn es durchgehend durch die Fahrzeugbewegungen geschaukelt wird. So können wir entspannt entlang der Panamericana Richtung Süden, Santiago fahren. Eine Stunde nach Mitternacht darf mein Mann schließlich auch die Nachtruhe antreten und ich führe den Chevrolet weiter bis auch ich nach ungefähr fünf Stunden mit den Augenlidern kämpfe. Wie schön wäre jetzt ein Camper, denke ich mir so und schlafe ein, nachdem ich das Auto im Schatten eines LKWs geparkt habe.

Tag 1 Bahía Inglesa mit Strandvergnügen und Ceviche

Nach zwei Stunden nehmen wir wieder die Fahrt Richtung Bahía Inglesa auf und müssen kurz vorm Schluss unserer Südamerikatour feststellen, dass es sich tatsächlich leichter für uns mit einem Camper reisen lassen hätte. An nahezu jeder COPEC-Tankstelle entlang der Panamericana gibt es gepflegte Duschen und Toiletten, Frühstück und freies W-Lan.

Entlang der Panamericana
Entlang der Panamericana

Als wir Caldera erreichen, stellen wir fest, dass wir das bunte Wochenendtreiben heute gar nicht brauchen und lieber direkt in Bahía Inglesa bleiben wollen, auch wenn die Unterkunftspreise uns dort mit dem erhobenen Zeigefinger des Budgets konfrontieren.

Spielen in Bahía Inglesa
Spielen in Bahía Inglesa

Es ist ein ganz kleiner gemütlicher Ort mit einem sehr netten Ambiente, in dem wir eine Cabaña mit Pool, und nur ein paar Schritte bis zum herrlichen Muschelsandstrand entfernt, finden. Das nutzen wir natürlich für ausgiebiges Spielen und Sammeln. Im Restaurant Alto Bahia  probieren mein Mann und der Große das von Mario empfohlene Ceviche. Danke für den Tipp! Es ist ein Gericht aus eingelegten Meeresfrüchten serviert in einem großen Salatblatt und schmeckt vorzüglich.

Ceviche - Typisch chilenisches Gericht aus verschiedenem Fisch
Ceviche – Typisch chilenisches Gericht aus verschiedenem Fisch

Während wir noch ein bisschen im Lokal klönen, den Blick über den Strand genießen und dabei unseren Sohn beim Buddeln beobachten, stellt sich der Abend ein. Wieder haben wir unzählige Muscheln und Strandgut gefunden, welche wir am Liebsten nach Hause tragen würden. Nachdem wir überlegen wie viele Taschen wir noch kaufen müssen um dies Sammelleidenschaft bis zum Ende fortzuführen, entscheiden wir uns, nicht einstimmig, die Juwelen, so nennt unser Sohn die Fundstücke, in ihrer Heimat zu belassen. Zufrieden fallen wir am Abend jeder in sein eigenes Bett.

Tag 2 Bahía Inglesa nach Vallenar

Den Vormittag wollen wir noch ein bisschen in der Sonne in Bahía Inglesa vertrödeln, gemütlich einen Kaffee trinken, spielen, lesen, skypen … bis zum Mittag.

Bahía Inglesa, ein kleiner hipper Badeort mit weißer Bucht und glasklaren Wasser
Bahía Inglesa, ein kleiner hipper Badeort mit weißer Bucht und glasklaren Wasser

Der Strand ist einfach herrlich, die Sonne streichelt uns mit ihren warmen Strahlen und die entspannte Stimmung des Ortes lässt uns nicht recht fahren. Ein Saft noch und noch Empanadas und noch … , aber dann … Wir müssen weiter!

Unser nächstes Ziel ist Vallenar. Der Ausgangspunkt des Huasco-Tals. Wir haben einen super Preisknüller erwischt. Ein Dreibettzimmer mit eigenem Bad und Pool vor der Tür sowie Frühstück inklusive. Die entspannte Stimmung wollen wir uns jetzt nicht nehmen lassen.

Ein riesiges Legomännlein begrüßt die Kinder auf dem Plaza in Vallenar
Ein riesiges Legomännlein begrüßt die Kinder auf dem Plaza in Vallenar

Also als erstes ein Sprung in den Pool. Dann haben wir schließlich doch noch was auf der To-Do-Liste stehen; Windeln einkaufen.

Das wollen wir gleich mit einem Stadtspaziergang verbinden. Heut scheint der Tag der tollen Angebote zu sein. In der Farmacia gegenüber bekommen wir zwei Packungen Pampers(R) mit 72 Stück pro Pack für 28.000 CLP. Wir sind stolz darauf, dass wir heute was einsparen können.

Die Kirche am Plaza in Vallenar
Die Kirche am Plaza in Vallenar

Da wir für den restlichen Tag nicht so viele Windeln benötigen, beschließen wir unsere Schnäppchen noch in die Unterkunft zu bringen bevor wir unseren Stadtspaziergang fortsetzen. Sehr groß ist die Stadt nicht, aber für eine dreiviertel Stunde sind wir bummelnd beschäftigt. Die Hauptattraktion des Ortes ist der Plaza, wo sich auch die Kirche befindet, deren Glockenturm stündlich eine andere Melodie vorspielt. Es findet gerade eine Ostermesse statt, die wir noch besuchen, da wir irgendwie dieses Fest auch nicht missen wollen.

Tag 3 Grünes Huasco-Tal am Río Huasco

Nach dem Frühstück entscheiden wir uns das Huasco-Tal landeinwärts zu entdecken. Die Wirtin hat uns einen ganz tollen Wasserfall versprochen, einfach entlang der Hauptstraße. Wir werden ihn nicht übersehen können. Bei diesen Worten bekomme ich ein nervöses Zucken am Auge. Der Reiseführer schreibt von „dicken Oliven, den Pisco sowie einen köstlichen Süßwein“.

Der Wasserfall, welcher sich als Überlauf des riesigen Stausees entpuppt.
Der Wasserfall, welcher sich als Überlauf des riesigen Stausees entpuppt.

Entlang der Strecke sehen wir die Terrassenanbaukünste des Weins, einen glasklaren großen Stausee und etliche Hinweise auf die Auseinandersetzungen des umstrittenen Bergbauprojektes im Jahr 2009 (Empfehlung von Lonely Planet: Dokumentarfilm Cry of the Andes).

Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Thema Bergbau
Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Thema Bergbau

Der Wasserfall und die dicken Oliven bleiben uns verborgen. Später zeigen wir der Wirtin die Fotos aus dem Tal. Dabei entpuppt sich der Überlauf des Stausees als Der Wasserfall. Die dicken Oliven finden wir wahrscheinlich auf der anderen Seite der Panamericana, Richtung Pazifischen Ozean.

Wie gut, dass wir Werkzeug gekauft haben. Unser Sohn testet den Toleranzbereich seiner Brille beim aussteigen aus dem Auto. Pappa wird´s schon wieder reparieren.
Wie gut, dass wir Werkzeug gekauft haben. Unser Sohn testet den Toleranzbereich seiner Brille beim aussteigen aus dem Auto. Papa wird´s schon richten!

Im Supermercado holen wir uns noch schnell die Zutaten für unser Abendbrot, bevor wir es uns heute Abend richtig gemütlich machen. Die Augen meines Mannes tun ihm ohnehin weh, sodass wir uns alle für „Couchen“ mit „Kevin allein zu Haus“ entscheiden. Zuvor hat er aber noch ein Projekt: “Rette die Brille”. Unser Sohn hat es beim Aussteigen aus dem Auto geschafft auf seine Brille zu treten. Vermutlich hatte er nicht gemerkt, dass sie still und heimlich von seiner Nase gehüpft ist. Auch wenn die Chancen für das Nasenfahrrad zunächst schlecht aussehen, unser Feinmotoriger der Familie rettet sie.

Tag 4 La Sereña Stadtspaziergang

Unsere Wirtin hat Geburtstag, daher wird es heute ein ausgedehntes Frühstück. Auf die reichhaltige Torte verzichten wir lieber. In aller Ruhe packen wir danach das Auto und steuern schließlich unser nächstes Zwischenziel an. Dorthin wollen wir aber nicht einfach nur über die Panamericana donnern, sondern machen einen Abstecher in das Reserva Nacional Pingüino de Humboldt.

Das Wetter ist nicht besonders förderlich heute für Aktivitäten, aber sehen wollen wir es dennoch. Herrliche riesige Muscheln finden wir dort, die wir unbedingt brauchen.

Die Kirche von La Sereña sehen wir schon von Weitem
Die Kirche von La Sereña sehen wir schon von Weitem

Stadtspaziergang in La Sereña
In den Straßen bei einem Stadtspaziergang in La Sereña

 

 

 

In La Serena haben wir am Nachmittag genug Zeit für einen langen Stadterkundungs-spaziergang. Da wir unseren Tag ziemlich spät abschließen, freunden wir uns gar nicht erst mit dem Gedanken an, eine Unterkunft zu finden. Abenteuer-Camping im Auto ist wieder angesagt. Die Kinder stört das wieder überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Nur wir können diese Nacht nicht so richtig bequem werden. Also lassen wir sie einfach nicht zu lange dauern …

Tag 5 Völlig unkompliziert im Deutschen Krankenhaus in Santiago

… bei Zeiten brechen wir auf zu unserem letzten Ziel in Chile. Wir fahren wieder in Unsere Stadt, mit einer Abkürzung über die Berge (statt durch den Tunnel), die uns gefühlt eine Stunde später ankommen lässt. Wieder in Das Hostel, wo wir auch wieder Max, Barbara und das restliches Team treffen.

In diesem Sinne; ¡Muchos salutos a los todos! Tenemos disfrutado mucho nuestro quedarse en La Insolente Principessa!

Bis wir in unser Zimmer können, malen, schreiben und bilanzieren wir im gemütlichen Innenhof. Und schließlich genießen wir das fließend Warmwasser.

Clinica Alemana in Santiago de Chile
Clinica Alemana in Santiago de Chile

Der Tag ist angerißen und viel können wir nicht mehr anstellen. Also entscheiden wir, dass wir gleich heute den unliebsamen Gang ins Krankenhaus erledigen. Zu unserer Überraschung geht alles ganz schnell. Ohne Verordnung vom Arzt, direkt im Labor des Krankenhauses wird mir das Blut abgenommen und das Ergebnis schließlich per E-Mail zugesandt.

Tag 6 Ostern in Santiago

Übermorgen werden wir Chile verlassen und haben etwas Not mit unserem Gepäck aufgrund von so einigen Schnäppchen unterwegs. Nach unseren Recherchen und mit starkem Zeitdruck setzen wir auf Rot. Rot ist das Logo der nationalen Post Correos Chile.

Päckchen nach Hause aus Chile
Päckchen nach Hause aus Chile

Wir haben die Wahl zwischen 120.000 CLP mit DHL oder 65.000 CLP mit Correos Chile. Den DHL-Preis halten wir für völlig überzogen. Hoffentlich werden wir diese Entscheidung später nicht bereuen.

Unser Flugzeug wird uns morgen nach Ecuador bringen. Die Einreise auf Galapagos ist nicht ohne Weiteres möglich. Die Inselgruppe gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und wird durch den Nationalpark der Galapagosinseln geschützt. Es gibt einige Einreisebestimmungen, die dringend beachtet werden müssen. Da wir dort als Freiwillige arbeiten wollen, müssen wir heute noch  einige Zertifikate ausdrucken, wofür wir uns allerdings auch noch einen USB-Stick zuvor besorgen müssen. Kurz vor Schluss des Kopierservices bekommen wir unsere Kopien, also quasi Last-Minute.

Wir haben Ostern und der Große hofft so sehr darauf, dass der Osterhase nach Chile findet. Also müssen wir auch noch kurz vor Feierabend etwas finden, was die selben Kriterien erfüllt, wie das Geburtstagsgeschenk. Wir verzweifeln schon als uns endlich die Idee kommt. In einer der Vorschul-Apps lernt er gerade die Uhr. Seine Armbanduhr hatten wir bewusst zu Hause gelassen, damit wir niemandem die Gelegenheit bieten. Also holen wir an einem Ramschladen eine billige Armbanduhr, die zumindest funktioniert. Es ist schwierig den Kauf so abzuwickeln, dass das Kind nichts davon bemerkt. Da aber das Baby gerade ungeduldig wird und was zu Essen möchte, wird er abgelenkt.

Der Osterhase war auch in Santiago de Chile da
Der Osterhase war auch in Santiago de Chile da

Während wir im Hostal wieder eine Veggi-Paella kochen, hoppelt der Osterhase endlich durch den Hof. Pünktlich zum Abendbrot findet unser Sohn dann auch das Osternest, was offensichtlich viel zu offensichtlich versteckt war um gleich gefunden zu werden. Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen.

Tag 7 Sachen packen und Reisevorbereitungen

Heute heißt es endgültig Sachen (um)packen. Also ist auch nochmals Waschtag und Resteessen angesagt. Wir überprüfen ein letztes Mal die Einreisebestimmungen für Galapagos und bereiten uns einen Spickzettel.

Den restlichen Tag genießen wir im Hostal mit Gesprächen mit neuen und alten Bekanntschaften und UNO spielen.

Im Hostal wohnt ein begabter Künstler mit uns und macht unseren Sohn zu seinem Superhelden!
Im Hostal wohnt ein begabter Künstler mit uns und macht unseren Sohn zu seinem Superhelden!

Tag 8 Schwerer Abschied in Santiago

Um zwölf am Mittag lassen wir Santiago hinter uns zurück, um das Auto zurück zu bringen und unseren Flug einzuchecken. Heute rollen bei mir dicke Tränen, denn unsere Zeit hier geht nun definitiv zu Ende und es ist damit Halbzeit! Eine intensive Zeit mit meinen drei Jungs in einer sehr herzlichen Welt, wie wir sie in Deutschland kaum noch kennen.