Freizeit und Familien auf San Cristóbal

Wie schon erwähnt, wurden wir von Anfang an herzlich aufgenommen in der Familie auf San Cristóbal. Consuelo und Ofelia bereiten uns jeden Tag das Essen zu und berücksichtigen auch meine Essgewohnheit. Liebevoll kümmern sie sich mit um unsere Söhne. An besonders heißen Nachmittagen können wir das Baby sogar bei ihnen lassen, bis die Arbeit getan ist.

Ofelia und das Baby bei einer Siesta.
Ofelia und das Baby bei einer Siesta.

Geduldig lernen die Beiden Spanisch mit unserem großen Sohn und auch mit uns. Selbst der 23-jährige Sohn Jorge schleppt zu gern unser Baby rum und schaut mit den beiden Jungs Fußball im Fernseher.

Durch die sozialen Aktivitäten wie Social Dinner, Fußball, Ausflug auf der Insel, SalsArobic, Kajaking, …, die ProjectsAbroad vor Ort anbietet, finden wir auch mehr Anschluss zu den anderen Volunteers, die in einer Gruppenunterkunft am Rande der Stadt untergebracht sind.

Es gibt verschiedene örtliche Möglichkeiten für Volunteers Fußball am Nachmittag
Es gibt verschiedene örtliche Möglichkeiten für Volunteers Fußball am Nachmittag

Marit und Rachael wohnen mit uns im Haus. Wir empfinden diese Wohngemeinschaft als sehr angenehm und haben gemeinsam viel Spaß. Die beiden kaspern mit dem Großen rum, wie wir es schon gar nicht mehr in der Lage sind.

Baden an einer der herrlichen Strände
Baden an einer der herrlichen Strände

Kein Wunder, dass unser Sohn sich später nur sehr schwer von den Mädels trennen kann.

Während der Woche gehen wir nach der Arbeit natürlich an die verschiedenen Strände in unserer Umgebung, wo wir direkt neben und mit den Seelöwen schwimmen. Da wir nicht weit vom Zentrum entfernt wohnen, können wir alles gut erlaufen.

Inselerkundung

An einem Samstag entdecken wir gemeinsam mit Consuelo, die Orte, die wir durch unsere Arbeit noch nicht kennengelernt haben. Wir klettern ins Baumhaus im Quinta el Ceibo, lunchen neugierig in deren Gemüsegarten und nutzen den Seilgarten zum kleinen Auspowern.

Im Baumhaus kann man sogar Übernachtungen buchen; voll ausgestattet mit Schlafzimmer und WC
Im Baumhaus kann man sogar Übernachtungen buchen; voll ausgestattet mit Schlafzimmer und WC

Als wir später mit dem Taxi Puerto Chino ansteuern, bemerke ich, dass irgendwas an mir fehlt. Ich habe die Kameratasche am Baum stehen lassen, als wir unserem Sohn bei seiner Trapeznummer halfen. Doch ich bin irgendwie nicht beunruhigt und vertraue auf mein Glück, dass alles noch da ist, wenn wir auf dem Rückweg nochmal vorbei fahren. Wir halten Kurs auf Puerto Chino mit einem Abstecher zur El Junco Lagoon in einem alten Vulkan.

Auf San Cristobal ist es so ähnlich wie bei uns zu Hause. Jeder kennt jeden aufgrund der übersichtlichen Einwohnerzahl, versicherte uns William bei unserer Ankunft. Und bisher hatten wir auch nie das Gefühl unsicher zu sein oder unsere Sachen in Gefahr zu wissen. Im Gegenteil. Unsere Zimmertür ist stets offen, auch wenn wir nicht zu Hause sind.

Und so finden wir später schließlich auch unsere Tasche unberührt wieder. Zuvor gehen wir am Puerto Chino schwimmen und Schnorcheln mit Seelöwen und Wasserschildkröten, beobachtet von den Pelikanen auf den Felsen sitzend. Ein herrlich kleiner, weißer Sandstrand lädt uns zum Ausruhen und die Kinder zum Buddeln ein. Mit dem Taxifahrer hatten wir eine Zeit zur Abholung vereinbart.

Inselerkundung zu Wasser

360°-Tour um San Cristóbal - Tagesausflug
360°-Tour um San Cristóbal – Tagesausflug

Am darauffolgenden Sonntag startet in der Frühe unsere gebuchte 360°-Tour rings um San Cristóbal. Nun kann endlich die Schnorchelbrille unseres Sohnes zum zweckechten Einsatz kommen, statt nur als sein Badewannenaccessoire zu sein.

Doch bevor es richtig los geht sollen wir erst noch einmal Relaxen lernen. Als wir in sicherer Entfernung vom Hafen sind beschließt einer der beiden Außenborder es für heute ruhen zu lassen. Für eine Stunde spielen die Wellen mit unserem Boot, die der übrige Außenborder auszugleichen versucht. Mein Mann liegt lieber bis das „Rettungsboot“ kommt. Schiffswechsel ist angesagt und weiter geht es, weniger komfortabel als das andere Boot, aber wir wollen ja ins Wasser.

Eco-Tour um San Cristóbal
Eco-Tour um San Cristóbal

Erste Station, Bahía Rosa Blanca. Nachdem wir von Bord gegangen sind, gibt es einen kurzen fußbrecherischen Marsch zu einer kleiner Lagune am Meer, wo sich Galapagoshaie tummeln. Von außen können wir sie schon sehen und nun ab zu ihnen ins Wasser.

Schnorcheln mit den Haien; Angst- und Glücksgefühlliegen so nahe beieinander
Schnorcheln mit den Haien; Angst- und Glücksgefühl liegen so nahe beieinander

Der Plan war, dass mein Mann und ich uns abwechseln mit Schnorcheln aufgrund des Babys. Das sieht unser Guide gar nicht ein. Ab mit uns ins Wasser, er hat das schließlich jeden Tag und fünf Kinder hat er außerdem auch zu Hause! Das Baby beschwert sich nicht über den Personenwechsel, also folge ich den beiden Jungs ins Haibecken.

Unser Sohn war zuvor noch nicht richtig schnorcheln, also lernen wir das hier bei einer der gefürchtetsten Meeresbewohner. Seine Angst löst sich sehr schnell, sodass er problemlos mit mir durch die Lagune vorbei an den in Wahrheit ungefährlichen Tieren (bei Einhaltung der Regeln) schwimmt. Als wir zum Boot zurückkehren entdecken wir einen Meerestierfriedhof. Trauriger Anblick einerseits, aber gut für ein bisschen Biologieunterricht. Und wieder die vielen Fragen, die wieder auf uns einschmettern, … Da müssen wir gleich an unseren Nachbarn denken, der bis vor kurzem noch Biologielehrer war; Viele Grüße nach Hause!

Meerestierfriedhof für Biologieunterricht
Meerestierfriedhof für Biologieunterricht

Der nächste Kurs bringt uns nach Punta Pitt. Hier gibt es eine geführte Schnorcheltour. Ich schwimme wieder im Doppel mit meinem Sohn, weil ich sonst keine Ruhe habe. Und richtig. Er bekommt Probleme mit seine Brille, die wir erst wieder richten müssen. Schließlich versuchen wir an die Gruppe wieder anzuschließen, nehmen dazu aber den falschen Weg, was uns zum Verhängnis wird. Eine Welle erwischt uns, instinktiv schiebe ich meinen Sohn vor mich, damit er nicht gegen die Steine donnert. Mein Bein brennt von der Kollision mit dem Riff, aber ich bin froh, dass der Große nichts von meiner kurzen Panik bemerkt hat und sich friedlich im Wasser treiben lässt.

Mit Zeichensprache verständigen wir uns unter Wasser. „Wow“, denke ich, „mein Sohn ist kein kleines Kind mehr. Schade!“, bedaure ich, und bin zugleich glücklich mit ihm das erleben zu dürfen. Wir schauen uns gemeinsam diese herrlichen bunten, wirklich bunten großen Fische an und staunen beide. Ich beschließe den anderen nicht weiter zu folgen und kämpfe mich mit dem inzwischen frierenden Kind zurück zum Boot. Es hatte ein gutes, dass wir falsch geschwommen sind; mein Mann sah diese bunten Fisch nicht auf seiner Route. Dennoch würde ich das so nie wieder machen. Viele Gedanken gehen mir nachträglich durch den Kopf und ich bin dankbar für den Schutzengel, der Schlimmes verhindert hat.

Ausruhen auf dem Boot auf der 360° Tour um San Cristóbal
Ausruhen auf dem Boot auf der 360° Tour um San Cristóbal

Wassersport macht hungrig. Natürlich gibt es Fisch für die Jungs und auch hier wird meine fleisch- und fischfreie Ernährung respektiert. Bis Bahía Sardina dauert es ein Weilchen, sodass wir erstmal verdauen und ausruhen können. Hier schwimmen wir mit Wasserschildkröten und vielen kleinen bunten Fischen.

Unser Sohn hat genug für heute, „mir reicht´s jetzt zu“, verkündet er mit blauen Lippen. Ihm wird nicht mehr warm. Den letzten Gang ins Wasser machen mein Mann und ich also alleine. Besser so, wie wir im Nachhinein empfinden. Das Wasser am León Dormido war trotz Neoprenanzügen eisig kalt und es war eine lange Tour. Die Hammerhaie treffen wir hier heute nicht, aber Galapagoshaie, Schildkröten, viele bunte Fische, Seelöwen und Seesterne.

Die traumhafte Welt vor San Cristóbal
Die traumhafte Welt vor San Cristóbal

Es ist einfach atemberaubend schön! Als wir wieder an Bord kommen strahlen uns unsere Kinder mit Kuchen in der Hand an. Das war ein schöner Tag, beschließen wir einstimmig. Unser Sohn ist total stolz, dass der Hai nur 60 Zentimeter von ihm entfernt gewesen sein muss

 

Es ist einfach atemberaubend schön! Als wir wieder an Bord kommen strahlen uns unsere Kinder mit Kuchen in der Hand an. Das war ein schöner Tag, beschließen wir einstimmig. Unser Sohn ist total stolz, dass der Hai nur 60 Zentimeter von ihm entfernt gewesen sein muss.

Ausflug nach Isabela und Santa Cruz

Unsere Fähre startet 14:00 Uhr nach der Arbeit von San Cristóbal nach Santa Cruz. Zwei Stunden dauert die Überfahrt. Dadurch, dass jetzt kleinere Motorboote statt einer großen Fähre zu Überfahrt genutzt werden, so erzählt uns später eine Mitarbeiterin des Nationalparkes auf Isabela, kann man nur selten Delfine unterwegs sehen – zu viel Verkehr auf dem Wasser. Schade!

Pelikane freuen sich auch über Fischers Beute auf Santa Cruz
Pelikane freuen sich auch über Fischers Beute auf Santa Cruz

Da wir mit etwas Verspätung Santa Cruz erreichen, bleibt uns heute nicht mehr all zu viel Zeit. Wir bringen unsere Sachen in das Hostel, welches William für uns bereits klar gemacht hat und starten gleich wieder ins Geschehen.

Fünf der Galapagosinseln sind bewohnt. Über die Hälfte, nämlich ca. 12.000 Einwohner, leben auf Santa Cruz. Puerto Ayora ist die größte Stadt, wo es nur so von Touristen wimmelt. Und wir nun mitten drinnen. Das meiste, große bunte Treiben spielt sich auf der Avenida Charles Darwin ab. Diese Straße wird uns morgen zu unserem Ziel führen. Im Rincon del Alma wollen wir heute mal was anderes als Reis essen, denn den gab es nämlich in den letzten zwei Wochen täglich.

Tag 1 Isla Isabela

Am nächsten Morgen geht das nächste Boot 7:00 Uhr zur Isla Isabela. Wieder eine Schmerzhafte Zeit für die Kinder. Ein schnelles Frühstück, beide Kinder in den Kinderwagen und Start frei! Um neun erreichen wir die größte und jüngste Insel der Inselgruppe. Hier ist nochmal eine Extra Nationalpark-Gebühr in Höhe von 10 USD fällig. Da wir aber unsere Volunteer-Ausweise vorhalten, zahlen wir nur die Hälfte. Ein Taxi bringt uns zum Haus Williams Freundes, wo wir bereits erwartet werden. Auch hier halten wir uns nicht lange auf um die Zeit maximal zum Entdecken auszunutzen.

Las Tintoreras - Bootsausflug auf Isabella
Los Tintoreras – Bootsausflug auf Isabela

Wir nehmen ein Boot zu den Los Tintoreras, gehen an Land einer kleinen Vulkaninsel, wo wir allerhand Wildtiere zu Gesicht bekommen. Und schließlich erschnorcheln wir auch hier die wunderbare Welt des Meeres. Für den Schnorchelgang durch das Riff bleiben die Jungs diesmal an Bord und ich wage mich alleine zu den Raubtieren, die ganz dicht unter meinem Körper lang schwimmen. Da merkt man wie nah Angst- und Glücksgefühle beieinander liegen und wie ohnmächtig man im Wasser ist. Ich genieße diese scheinbar friedliche Welt mit ihren schimmernden Farben für eine halbe Stunde, bevor ich meinen Jungs wieder an Bord Gesellschaft leiste.

Stadtspaziergang auf Isabella
Stadtspaziergang auf Isabella

Am frühen Nachmittag sind wir bereits wieder an Land und wollen nun noch ein bisschen Isabela entdecken. Trotz das die Insel mit 4588 Quatratkilometern die größte der Gruppe ist, zählt sie nur ca. 1000 Einwohner. Um alles auf der Insel in Ruhe ansehen zu können, sind drei Tage wohl geeigneter. Der Ort lässt sich an diesem Nachmittag erlaufen. Schließlich besuchen wir noch die Villamil Lagoon.

Ein kleiner Wanderweg führt uns ca. einen Kilometer vorbei an Flamincos und anderen Wasservögeln bis zur Schildkrötenaufzuchtstation, dem Centro de Crianza de Tortugas, die natürlich vor fünf Minuten geschlossen wurde.

Flamingo in der Villamil Lagoon
Flamingo in der Villamil Lagoon

Ein Angestellter kommt uns entgegen um uns zu sagen, dass „morgen wieder … ab neun Uhr geöffnet“ sei. Doch wir sind morgen schon wieder auf dem Rückweg, beklagen wir. Er möchte auf keinen Fall, dass wir traurig gehen und lässt uns schließlich doch noch passieren. Darüber freuen wir uns natürlich riesig. Hier erfahren wir, dass die auf den Inseln lebenden Schildkröten alle einer eigenen Rasse angehören. Man unterscheidet sie zum Beispiel anhand der Panzerform, die für uns nur durch genaues hinschauen erkenntlich wird.

Die Schildkröten im Centro de Crianza de Tortugas schlafen schon. Ganz deutlich erkennen wir den Unterschied zu den uns bereits bekannten Tieren anhand der Panzerform.
Die Schildkröten im Centro de Crianza de Tortugas schlafen schon. Ganz deutlich erkennen wir den Unterschied zu den uns bereits bekannten Tieren anhand der Panzerform.

Wie meistens, haben wir eher schlechten Internetempfang. Wir warten auf die Nachricht von Rachael und Marit, dass sie ebenfalls auf der Insel gelandet sind. Nach der Aufzuchtstation lassen wir uns in einer super gemütlichen Strandbar nieder um dort auf die beiden zu warten, denn Marit wird heute 23 Jahre jung.

Und dieser Platz erscheint uns der richtige um dies zu zelebrieren. Doch das Internet ist auch für die anderen beiden nicht einfacher zu erhaschen, sodass sie unsere Nachricht nicht bekommen.

Toben in der Strandbar ist ausdrücklich erlaubt. Chillen sowieso!
Toben in der Strandbar ist ausdrücklich erlaubt. Chillen sowieso!

Als es dann stockfinster ist, beschließen wir zur Unterkunft zurückkehren, wo wir dann beide doch noch treffen. An diesem Abend heißt es für uns sechs Abschied voneinander nehmen, da wir uns nicht mehr auf San Cristóbal treffen werden. Eine kleine Hoffnung bleibt für unseren Sohn; das wir Marit auf Samoa wieder treffen.

Tag 2 Isla Santa Cruz

6:00 Uhr morgens geht unser Boot nach Santa Cruz. Schmerz lass nach! Unser Taxi steht überpünktlich vor der Tür. So viel Streß am Morgen vertragen die Kinder nicht. Kein Wunder, dass das Baby den Hafen zusammen schreit, sodass die Polizisten entscheiden, wir mögen bitte an der Menschenschlange vorbei kommen und zuerst abgefertigt werden.

Mit dem Wassertaxi an Bord "der Fähre". Mann sollte unbedingt 1 USD pro Person pro Taxifahrt haben. Und das braucht man an jedem Hafen.
Mit dem Wassertaxi an Bord “der Fähre”. Mann sollte unbedingt 1 USD pro Person pro Taxifahrt haben. Und das braucht man an jedem Hafen.

So früh am Morgen ist die Chance größer, Delfine, Wale und andere Meeresbewohner beobachten zu können. Mein Spanisch ist inzwischen so weit, dass ich mich mit dem Kapitän auf eine Diskussion einlasse. Ich möchte gern oben bei ihm sitzen. Auf Galapagos wird erst alles in Frage gestellt, ob das wirklich gut ist für die Kinder, die Herrscher über die Erwachsenen. Er willigt ein und trifft alle Vorkehrungen, dass es auf keinen Fall unangenehm wird für uns bei ihm. „Süß!“, denke ich. Es ist ein herrlicher Morgen, doch ich kämpfe, bei dem monotonen Motorgeräuschen und Gezuckel über das Meer, mit meinen Augenlidern.

Die Mägen brummeln. Unseren Hungern stillen wir mit dem Gebäck aus der Bäckerei auf Isabela, die deutschen Kuchen anbietet. Unser Sohn hat sich für Nussecke und wir uns für gefüllte Blätterteigtaschen entschieden. Echt gut das Zeug! Den Kaffee dazu gibt es in der uns bekannten Bar. Auf unserer Wish-to-see-Liste für diese Insel steht die Charles Darwin Research Station. Vom Hafen aus kommt man sehr schnell zu Fuss dahin. Auf dem Weg dahin wollten wir unserem Baby eigentlich eine lustige selbstgestrickte Schildkrötenmütze kaufen, doch die Läden sind alle geschlossen, vermutlich weil Sonntag ist.

Lonesame George, der letzte seiner Art.
Lonesame George, der letzte seiner Art.

Im Forschungszentrum werden Möglichkeiten des Umweltschutzes sowie einheimische Flora und Fauna, aber auch mitgebrachte Schädlinge dokumentiert. Außerdem lernen wir hier den Lonesome George (Einsamer Georg) kennen. Er ist eine Schildkröte, der letzte seiner Art, 2012 verstorben, in New York präpariert und schließlich hier in einem Gebäude, mit entsprechend zur Erhaltung geschaffenen Bedingungen, ausgestellt. Die deutsche Mitarbeiterin, die ihre Liebe auf dieser Insel gefunden hat, erklärt unserem Sohn alles extra nochmal in Deutsch. Dieses Wissen wird er später gern mit anderen teilen.

Ein echtes Walskelett bekommen wir im Informationscenter zu Gesicht.
Ein echtes Walskelett bekommen wir im Informationscenter zu Gesicht.

Im Besucherzentrum können wir noch ein echtes Walskelett bestaunen und mit einer Spende erhalten wir ein nützliches Souvenir; eine Laptophülle, darauf der einsame Georg. Dann piept der Alarm des Handys. Wir müssen uns auf den Rückweg machen.

Unser Boot nach San Cristóbal geht um zwei. Es ist merkwürdig, die Überfahrt dahin fühlt sich schon an wie heimkehren. So fühlen wir uns auch schon tatsächlich auf der uns so lieb gewonnenen Insel, wie zu Hause. Im Casablanca, die Stammbar der Volunteers, treffen wir Daniel, John und William auf ein Bierchen. Am Abend wird es dann amtlich; Unsere Zeit auf San Cristóbal geht zu Ende. Am nächsten Morgen fließen dann wieder Tränen als wir uns von unserer Familie auf Zeit verabschieden. William bringt uns zum Flughafen, wo wir gleich unser Gepäck aufgeben und … wie soll es anders sein, den Beleg über die bezahlte Gebühr in genau diesem Gepäck haben. Wir kommen also nicht weit. Gepäck zurück, Beleg raus, erst dann dürfen wir durch den Kontrollposten. Auf Wiedersehen Galapagos!

¡Adiós Galapagos, espero adiós por ahora! ¡Consuelo y Ofelia! Era tan agradable con usted. Tenemos disfrutado el tiempo y deseado mejor quedarse más largo. ¡Muchisima graçias por todos! Y también tenemos disfrutado la cooperación con todos del team de Galapagos Conservation. Muchas graçias por la posibilidad siendo con vosotros con nuestro niños! ¡Gracias William por tu apoyo durante todo el tiempo!

Die Arbeit mit ProjectsAbroad auf San Cristóbal

Kinder ab 4 Jahren können bei ProjectsAbroad mitten drin, statt nur dabei sein.
Kinder ab 4 Jahren können bei ProjectsAbroad mitten drin, statt nur dabei sein.

Von Montag bis Freitag, von sieben Uhr in der Frühe bis halb vier am Nachmittag, ist für uns Arbeitstag angesagt. Zum Wohle des Nationalparks, der Riesenschildkröten, Seelöwen, Petrels (Vögel) sowie Iguanagas (Wasser- und Landleguane) und Haie helfen wir auf San Cristóbal in einem Umweltschutzprojekt von ProjectsAbroad die “Juwelen” der Insel zu erhalten. Dazu gehören so einige Aufgaben, die wir mit großem Vergnügen übernehmen, weil das Resultat eine wunderbare Begleiterscheinung hat – die Nähe zu diesen “Juwelen”.

Schildkrötenpflege

Arbeit in der Galapagera
Verschiedene Aufgaben in der Galapagera auf San Cristóbal

In der Galapaguera reinigen wir die Pools der Tiere, füttern das zuvor mit Macheten geerntete Otoy und gießen die Pflanzen.

Arbeiten in der Galapagera auf San Cristóbal
Arbeiten in der Galapagera auf San Cristóbal

Unser Sohn ist voll dabei und genießt wie wir die Nähe zu diesen wundervollen Tieren – meinen Lieblingstieren. Manchmal jedoch ist es ihm doch unheimlich, wenn die älteste Bewohnerin zur Begrüßung auf ihn zukommt und durch ihre Größe fast auf seiner Augenhöhe vor ihm erscheint.

Pflanzenpflege

Gegenüber der Galapaguera befindet sich das Planthouse, welches nicht für den Tourismus vorgesehen ist. Hier bereiten die Ranger des Nationalparkes die Pflanzen zur Renaturierung bestimmter Plantagen der Insel vor.

Die Machete wird nicht nur zum Ernten verwendet, sondern auch zum Unkraut jäten.
Die Machete wird nicht nur zum Ernten verwendet, sondern auch zum Unkraut jäten.

Durch die Vereinbarungen zwischen der lokalen Verwaltung und dem Verein Galapagos Conservation kann der Nationalpark unsere Hilfe ebenfalls nutzen. So helfen wir hier bei der Pflanzenpflege. In einer Otoyplantage ernten wir die Knollen, die aussehen wie Kartoffeln, um sie für die neue Bepflanzung zu nutzen. Die kleineren Pflanzen befreien wir vom Unkraut. Die Otoyblätter hier dienen als Futtermittel für die Schildkröten.

Observation der Seelöwen, Petrels und Leguane

Am Hafen pflanzen wir Mangroven auf dem Strand um den Seelöwen und auch den Haien mehr Schutz zu bieten. Die Seelöwen werden jeden zweiten Morgen gezählt. Dafür heißt es 5:00 Uhr Aufstehen. An den Nachmittagen dieser Tage wird dann das Verhalten der Tiere beobachtet. Von Interesse sind dabei die Bestimmung des Geschlechts, welche Rolle spielt das Tier in der Kolonie, was macht jedes Einzelne zum Zeitpunkt der Observation und vor allem Auffälligkeiten (Krankheiten, Verletzungen, verendete Tiere). Alles wird übersichtlich in einem Protokoll dokumentiert.

Seelöwenbaby am Playa Loberia
Seelöwenbaby am Playa Loberia
Petrel in seinem Erdnest
Petrel in seinem Erdnest

Eine gute Kondition erfordert die Observation der Petrels, denn diese bauen ihre Nester in Erdlöchern in steilen Abhängen in der Nähe von Süßgewässern. Doch auch diese Herausforderung meistern wir vier. Unser Sohn kraxelt drei Stunden mit uns durch den Regenwald. Als Belohnung gibt es im Wald selbstgeerntete Bananen, die wir zum Teil gleich verputzen und den Rest am Abend als Banana-Shake genießen werden.

Um die Leguane zu zählen und deren Verhalten zu bestimmen, müssen wir über große Steinbrocken balancieren. Dabei heißt es Augen auf! Denn die Tiere sind, wenn auch von der Größe her kaum zu übersehen, schwarz wie das Lavagestein auf dem sie sich tummeln. Sie verschaffen sich Respekt bei uns durch ihre Wasserfontänen, die sie aus der Nase sprühen. Das wirkt verärgert, weshalb wir einfach den nötigen Abstand bewahren.

Wasserleguan am Playa Loberia
Wasserleguan am Playa Loberia

Müllbeseitigung

Eine unserer Aufgaben ist für uns nicht neu, da wir dies schon während der ganzen Reise praktizieren, mit Vorbild voran unser Sohn! Auch auf Galapagos ist ein großes Thema der Müll. So ist es für uns kein Problem, eher selbstverständlich, dass wir bei der Müllbeseitigung mithelfen. Wir bekommen zudem die Gelegenheit uns das Entsorgungssystem vor Ort zu besichtigen. Dazu werden wir mit Mundschutz und Gummihandschuhen ausgestattet. Das Baby wird zudem von einem Netz geschützt.

Müll ist ebenfalls ein ganz großes Thema
Müll ist ebenfalls ein ganz großes Thema

Unsere Kinder sind einfach tolle Arbeitskollegen. Beide ermöglichen uns dieses Projekt durch ihre sozialen Kompetenzen. Das Baby hängt auf meinem Rücken und nutzt wie wir die Pausen zum Essen. Der Große ist mit vollem Einsatz dabei und klärt zudem noch deutsche Touristen mit seinem Wissen über die Tiere und über unsere Arbeit auf. Er hat alle auf seiner Seite. DANKE an unsere lieben Kinder!

… Fortsetzung

Freiwilligen Dienst auf den Galapagosinseln

Unser Flug geht erst am Abend von Santiago nach Guayaquil (Ecuador). Dort landen wir noch vor Mitternacht. Unser Flug nach San Cristóbal (Galapagosinseln, Ecuador) wird zwar erst am Folgetag zwölf Uhr am Mittag sein, dennoch hatten wir beschlossen, unter Abwägung was wohl stressiger sein würde (Schlafen auf dem Flughafen oder Tränen der Kinder und Gehetze zurück zum Flughafen), nicht erst das Flughafengebäude zu verlassen. Jedoch ist der internationale Flughafen wesentlich kleiner als erwartet und bietet uns nur direkt vor der Gepäckkontrolle einen Schlafplatz. Das Baby in seiner Babyschale und der Große im Kinderwagen haben die wohl besten Plätze erwischt. Für uns ist Schlafen in Schichten angesagt. Um vier Uhr morgens ist Wechsel.

Die einheimischen Fluggäste werden hier nicht nur von einer Person zum Flughafen gebracht. Nein, die vollständige Familie möchte die Gelegenheit haben, sich so spät als möglich vom Verreisenden zu verabschieden. Dementsprechend befinden wir uns plötzlich auf einem Rummel. Mein Mann kann unter diesen Umständen nicht mehr schlafen, was mir nach den letzten fünf Stunden Handy-Junk, um wach zu bleiben, nicht mehr schwer fällt.

Biometrischer Reisepass
Biometrischer Reisepass

Acht Uhr können wir schließlich das Einreiseprozedere antreten. Nachdem wir die Gebühr bezahlt haben, das komplette Gepäck durchleuchtet und versiegelt wurde, können wir für unseren Flug nach San Cristóbal einchecken und frühstücken. Dann ist es soweit! Wir sind aufgeregt, weil wir keine Ahnung haben was uns erwarten wird.

Als wir gerade an Bord gehen wollen, höre ich plötzlich meinen Namen durch den Lautsprecher des Flughafens grölen, ich möge mich doch sofort im Erdgeschoss melden. Was? Jetzt! Ja, jetzt, bestätigt mir das Flughafenpersonal beim Boarding. Wohin? Ich versuche mich ruhig zu halten, was mir sehr schwer fällt, da mein Mann und die Kinder ins Flugzeug gesandt worden. Zur Sicherheit nehme ich meinen Pass diesmal mit. Diesmal werde ich vorbereitet sein! (Für unsere Trennung am Flughafen gibt es bereits eine tränenreiche Anekdote während einer anderen Reise.) Als ich das Erdgeschoss erreiche, was eher wie ein Keller wirkt, stehen da sehr viele Passagiere mit der selben Frage wie ich: „Was gibt’s so Dringendes kurz vorm Start?!“

Einer nach dem Anderen muss den Koffer öffnen. Die Argentinierin hinter mir tobt ganz laut und mir wird gleich nochmal schlecht; Die Schlüssel für die Schlösser unserer Taschen befinden sich in der Obhut meines Mannes. Ich atme tief durch und lasse es auf mich zu kommen. So muss ich schließlich nur den kleinen Koffer mit dem Zahlenschloss öffnen. Ich bin Schweißgebadet nachdem ich alle rausgerissenen Sachen irgendwie versucht habe wieder in den Koffer zu quetschen und diesen schließlich so auch wieder geschlossen bekomme. Gott sei Dank ist die schnaufende Argentinierin auch noch hier als ich es endlich geschafft habe. Ich rase durch das Flughafengebäude, denn der Abflug sollte bereits passiert sein. Ich kann es förmlich fühlen wie hochrot mein Kopf ist als ich das Flugzeug erreiche. Der freundliche Stuart beruhigt mich, dass ich nicht die Letzte bin. Das scheint hier also Gang und Gebe zu sein.

Unser Sohn im Cockpit bei den Piloten
Unser Sohn im Cockpit bei den Piloten

Für den Großen gibt es im Flugzeug eine ganz besondere Überraschung; Er darf die Piloten im Cockpit besuchen. Und das i-Tüpfelchen dabei ist, dass der Pilot auch noch Deutsch spricht und ihm Rede und Antwort steht. Unser Kind ist überglücklich und unser Aufenthalt auf den Galapagosinseln hat damit doch noch einen guten Start.

Auf dem Flughafen auf San Cristóbal wartet schon William auf uns. Doch wir müssen, wie alle anderen, noch durch den Zoll und ein weiteres Mal durch die Gepäckkontrolle. Von der weiteren Gebühr des Nationalparks in Höhe von 100 USD pro Person sind wir befreit, da wir als Volunteers einreisen und die entsprechenden Papiere dafür in Chile, hier zur Vorlage, in letzter Minute ausgedruckt haben. Nur unser Sohn muss zahlen, da er kein Baby mehr ist, aber auch noch nicht über 18 Jahre alt.

Unser Gepäck wird im Pick-Up verladen, mit dem wir zunächst, gemeinsam mit William eine Runde durch unseren Wohnort der nächsten zwei Wochen drehen. Unser Sohn ist ganz aus dem Häuschen vor Freude als er den Strand sieht und würde am Liebsten gleich da bleiben. Doch nach dieser Anreise brauchen wir eine Dusche und ein wenig Schlaf in einem Bett.

Von Stunde Null an sind wir hier Zu Hause.
Von Stunde Null an sind wir hier Zu Hause.

Diese Begehrlichkeiten bekommen wir bei Consuelo und Ofelia, unseren „abuelas nuevas“ (neuen Omas) auf Zeit. Wir fühlen uns sofort Herzlich Willkommen in deren Familie und bekommen von Stunde Null ein liebevolles Zuhause geboten.

Am späten Nachmittag treffen wir José Luis, der hier auf San Cristóbal unser Vorarbeiter sein wird. Er erklärt uns was unsere Aufgaben sind und gibt uns Informationen über die Tiere und Pflanzen dieser Insel. Wir sind alle noch sehr aufgeregt und freuen uns riesig auf die bevorstehende Zeit.

Seit ich Jugendliche bin träume ich davon die Galapagosinseln zu besuchen. Meine Tante hatte mir davon erzählt und mir damals Schildkrötenohrringe mitgebracht, die ich für meine Schulprüfungen bis hin zur Diplomprüfung als Talisman verwendet habe. Dieser Traum geht nun wirklich in Erfüllung. Vielleicht denke ich hier deshalb so viel an meine inzwischen verstorbene Tante.

… Fortsetzung folgt.

Norte Grande mit schlechter Laune

Bevor wir das Tal endgültig in die Atacamawüste/Norte Grande verlassen, haben wir noch was offen auf unserer „Wish to see“-Liste. Die Ruta de las Estrellas ist nicht nur den Sternen verschrieben. Sie nennt sich auch Circuit Gabriela Mistral, benannt nach der chilenischen Dichterin und Diplomatin.

Gabriela Mistral
Gabriela Mistral

Da gestern alle Museen geschlossen hatten, wollen wir die Besuche jetzt noch nachholen, während Ramiro und Virginie voneinander Abschied nehmen. Auch heute sind wir nur im Museum von Gabriela Mistral erfolgreich. Die Trödlerin mit der ich mich gestern verabredet hatte, konnte mir das gewünschte Kochbuch leider auch nicht besorgen. Dafür leiste ich mir eine Halskette mit den verschiedenen Steinen der Region. Sie gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsstücken. Und der Große hat sich auch in einen grünen Stein verguckt, der aussieht wie ein Aventurin (tatsächliche Identität müssen wir später feststellen).

Am Nachmittag starten wir schließlich in den Norden. Unser Ziel ist San Pedro de Atacama – Ramiros Ziel ist Arica. Ich teile mir die Rücksitzbank mit der Babyschale zu meiner rechten und einem Kindersitz zu meiner Linken, jeweils bestückt mit unseren Kindern, gesäumt von einem Hartschalen-Minitrolley, einer Wickeltasche, Kameratasche und natürlich meiner Gitarre. Auf dem zusammengequetschten Schoss halte ich meinen Laptop. Das ist mir eigentlich zu kuschelig, aber Ramiro geht es auch nicht viel besser auf dem Beifahrersitz mit der Kiste Nahrungsmitteln zu seinen Füßen. Und schließlich werde ich ja unterwegs auf den Fahrersitz upgraden.

So fahren wir in die Nacht. In Antofagasta legen wir eine Schlafpause ein. Ramiro nutzt hier seine Chance um auf einen LKW aufzuspringen um sein Ziel zu erreichen. Was nice to meet you, Ramiro! See you in California 😉 or somewhere else!?

Mit dem Sonnenaufgang fahren wir unserem Ziel entgegen. Als wir San Pedro de Atacama erreichen eröffnet sich vor uns eine kleine Wüstenstadt mit unbefestigten Straßen und scheinbar unzählig vielen Backpackern zwischen 18 und 25 Jahren. Johan hatte uns schon angekündigt, dass hier viel Party und Konsum angesagt sind. Nicht verwunderlich, wie wir später feststellen, wenn es die Coca-Blätter und das Cannabis im Souvenirshop zu kaufen gibt. Übrigens auch als Aufgussgetränk erhältlich.

Iglesia de San Pedro De Atacama
Iglesia de San Pedro De Atacama am Marktplatz: zur Ortskarte

Wir genehmigen uns erst einmal ein Frühstückchen an der „Hauptstraße“ in einer Imbissbude. Am Marktplatz des Ortes gibt es freies W-Lan, welches wir prompt zur Sicherung unserer nächsten Unterkunft nutzen, die wir dann auch gleich beziehen.

Wir sind gerade alle etwas angenervt. Die unbequeme Nacht und das Touristenaufgebot in San Pedro de Atacama tragen gleichermaßen dazu bei. Wir drehen eine Runde im Ort, essen spätes Mittag- oder zeitiges Abendessen und ziehen uns zu viert zurück in unser Doppelbett. Kein Wunder, dass der nächste Tag auch nicht viel besser gelaunt beginnt …

Tag 1 Atacamawüste und ein leerer Tank

… trotz bequemen Bett. Bequemen Schlaf definieren wir anders. Der Große schaffte sich seinen Platz indem er einfach alle viere von sich streckte. Während Papa an die Wand gepresst wurde, drückte sich das Baby immer fest an die Mami, die auf der Bettkante balancierte. Durch diese fast erneute Vernablung von Mutter und Kind und mit dem ständig süßen Geruch von Muttermilch in seiner Nase, verspürte das Baby den vermehrten Bedarf an Nahrungsaufnahme.

Wir frühstücken ausgiebig und lange, bereiten uns Proviant für unseren heutigen Ausflug vor und machen uns scheinbar vorbereitet auf den Weg um eine Kirche mit Kaktusholzdach in Socaire und eine aus Vulkangestein erbaute in Toconao zu sehen sowie Lagunen und den riesigen Salzsee Salar de Atacama zu entdecken. Ein wichtiges Gebot in der Wüste ist das Auto in San Pedro de Atacama voll zu tanken, da es hier ansonsten keine Petroloasen gibt.

Salar de Atacama
Salar de Atacama

Während wir so fahren von Kirche zu Lagune zu Oase zu Salzsee, vorbei an Vier-, Fünf- und Sechstausendern stehen uns die Schweißperlen auf der Stirn. Nicht nur, weil wir uns in hochsommerlichen Temperaturen bewegen – nein, in erster Linie, weil uns zu spät aufgefallen ist, dass unsere Benzinfüllung verdammt knapp ist und wir extra die Distanz zum Touristenstrom gesucht haben. Verhungern und verdursten werden wir jedenfalls nicht gleich und Hörspiele haben wir ja auch mit. Doch wir atmen auf als wir schließlich neben der Tanksäule in San Pedro de Atacama halten.

Am Abend wollen wir den Sonnenuntergang im Valle de la Luna erleben. Das finden beide Kinder ganz toll. Der Große, weil es abenteuerlich ist durch die Mondlandschaft zu klettern und der Kleine, weil es herrlich ist, wenn der Muli durch die Mondlandschaft klettert. Oben haben wir einen atemberaubenden Ausblick.

Valle de Luna
Valle de la Luna

Dort schauen wir der Sonne zu bis sie fast am Horizont verschwunden ist. So können wir den Tag doch noch im Einklang mit uns selbst abschließen und uns nach dem Abendessen in unser Doppelbett zurückziehen. Heute präparieren wir den Kinderwagen so, dass er ein gemütliches Nachtlager für das Baby bietet. Der Papa tauscht mit dem Großen und die Mami balanciert weiter auf der Bettkante.

Tag 2 Vulkan – Lagunen – Flamingos

Der Ort ist schon ganz hübsch, steht aber bei uns gerade nicht im günstigen Stern. Deswegen beschließen wir „keine Nacht länger!“. Aber es gibt noch etwas auf unserer Wish-to see-Liste. Deswegen sind wir uns einig; ich fahre tags zu den „Wish-to-see-Points“ und mein Mann nachts nach Bahía Inglesa (Tipp unseres Freundes Mario W.).

Diesmal in allem vorbereitet – Proviant und Tankfüllung – starten wir um als erstes den Volcán Aguas Calientes (5924 m) näher zu sehen. Wieder bieten sich uns herrliche Landschaftsbilder; hohe Berge im Wechsel mit ewigen Weiten sowie karge Landschaften unterbrochen von grünen satten Oasen, beweidet von Ziegen oder Alpakas. Durch die ewige Weite führt eine Asphaltstraße viele Kilometer lang. Doch für uns ist plötzlich Schluss. Scheinbar kurz vorm Ziel stehen wir auf einem Feldweg mit unserem Chevrolet Sail, vor uns ein kleines Rinnsal und ein schlafendes Maultier und die Aussicht auf eine sehr hindernisreiche Weiterfahrt, die der Mietwagen ohne Unterbodenschäden nicht schaffen würde. Also kein Vulkan.

Der Vulkan hat schon deutliche Spuren hinterlassen.
Der Vulkan hat schon deutliche Spuren hinterlassen.

Der weitere Höhenanstieg hätte dies auch nicht zugelassen, da wir die Gesundheit unserer Kinder nicht auf´s Spiel setzen wollen (Höhenkrankheit). Also kehren wir nach nur sehr kurzen Überlegungen um und fahren weiter zu Hochgebirgsseen auf dem Altiplano, den Lagunas Miscanti & Miñiques, weil man dort wohl hervorragend Vogelbeobachtungen machen kann; speziell Rüsselblesshühner, da sie dort ihre größte Brutstätte westlich der Anden haben.

Lagunas Miscanti & Miñiques
Lagunas Miscanti & Miñiques

Unbestritten ist das ein wunderschöner Platz, doch ob sich die 80 Kilometer pro Strecke gelohnt haben!? Es ist kalt und die Vögel die wir mit dem Fernglas von Weitem beobachten dürfen, erkennt man auch da durch nicht viel besser. Die Spannung im Auto steigt wieder etwas, da das Erklimmen von Höhen mit dem Auto auch viel Benzin verbraucht. Bergab lasse ich den Wagen ohne Gang rollen, gut eine dreiviertel Stunde, um sparsam mit dem Treibstoff hauszuhalten. Wir kommen also nicht um San Pedro de Atacama herum.

Flamingos in der Laguna Chaxa
Flamingos in der Laguna Chaxa

Die Flamingos wollen wir aber noch sehen. Auf die warten wir schließlich schon seit El Calafate! Der Tag ist gerettet! An der Laguna Chaxa haben wir Glück. Hier leben die Tiere nämlich, weil es hier ihr wichtigstes Nahrungsmittel, die Shrimps gibt. Im Infohäuschen gibt es ein computeranimiertes Wissensquiz für Kinder, welches auch unser Sohn mit Begeisterung in Anspruch nimmt. Und schließlich ergeben wir uns unserem Schicksal und kehren zurück nach San Pedro de Atacama um das Auto vollzutanken und unserem Hunger vorzubeugen. Und wieder fahren wir in eine lange Nacht. …

 

TIPP für eine Reise besonders nach Norte Grande: Polfilter für die Kamera mitnehmen!!!

Abschied

Am 13. Januar ist es soweit. Die Kinder hatten bei ihren Großeltern übernachtet, damit wir in Ruhe unsere Taschen packen können (Packliste). Zum Frühstück treffen wir uns dort alle noch einmal. Unser Zwergkaninchen bleibt derweilen bei meinen Eltern – Danke, liebe Eltern! – Obwohl ich es in besten Händen weiß, fällt der Abschied mir schwer, da es ja auch irgendwie ein Familienmitglied ist.

Schließlich ist Aufbruchstimmung und alles geht sehr schnell. Meine Eltern und meine Schwester begleiten uns zum Bahnhof. Unser Großer freut sich riesig darauf mit dem ICE zu fahren. In ca. 4,5 Stunden bringt uns der Zug zum Flughafen Frankfurt. Am Flughafen verläuft alles fast reibungslos, schließlich hatten wir den Online-Check-In am Vorabend genutzt. Nur sollten wir während des Langstreckenfluges nicht nebeneinander sitzen und auch kein Businette haben. Doch auch der Flug verlief prima und während der Landung lobten die Passagiere um uns herum unsere Jungs, wie ruhig und geduldig sie auf dem langen Flug waren.