Lösungen in Buenos Aires und Abschied

Nachdem wir am Abend alles fertig im Auto verstaut hatten, wollten wir gleich auch noch online die Tickets für den Bus und die Fähre buchen. Verhext! Eine Fehlermeldung, wir sollten uns doch bitte telefonisch irgendwohin wenden. Am Morgen fahren wir einfach los um alles in Montevideo am Busbahnhof zu klären. Dabei werden wir so richtig munter durch die Mautstelle, an die wir keine Sekunde mehr gedacht haben. In unserer Bargeldkalkulation haben wir Wasser, eine Postkarte und den Banknotensammler zu Hause einbezogen, aber keine Maut. Wir am Schalter, hinter uns die anderen Autos und „No efectivo“. Nach einem kurzen, aber heftigen Adrenalinschub findet sich die Lösung in der Argentinischen Währung.

Am Busbahnhof angekommen, müssen wir noch das Auto abgeben. Gott sei Dank alles ein Standort. Alles verläuft gut und ich schaffe es sogar noch fünf Minuten bevor der Bus eintrifft eine Postkarte für einen Couchserfer zu kaufen. Tipp: Die gibt auf Anfrage unter der Ladentheke; Ich habe keine Ahnung warum.

Alles ging so schnell heute Morgen. Der Große hat Hunger und wir könnten einen Kaffee vertragen. Also stapfe ich mit dem Kind an der Hand zum Lebensmittelgeschäft an Bord und lasse mir Cappuccino kochen und wähle mit ihm was zu Essen aus. Als wir schließlich an der Kasse stehen, hinter uns viele andere Passagiere, die den gleichen Gedanken hatten, möchte der Kassierer „Efectivo“. Déjà-vu? Nein, so ein Mist! Unser letztes Geld haben wir vor einer Stunde am Busbahnhof für Getränke gelassen. Und die Argentinische Währung haben wir dummerweise mit im Koffer eingeschlossen, der jetzt im Frachtraum liegt. Wir lassen alles an der Kasse zurück und klagen unser Leid. Mein Mann erbarmt sich und holt Kekse für 5 US-Dollar aus dem Duty Free Shop mit der Kreditkarte, die das Kind schließlich gar nicht mag. Der Tag ist schon jetzt im Eimer.

In Buenos Aires schieben wir uns mit Sack und Pack durch die Menge bis zu unserer Jugendherberge, wo wir wieder herzlich empfangen werden. Heute steht nur noch Duschen, Wäsche waschen, Essen und Schlafen auf dem Programm.

Zurück in Buenos Aires

Es gilt alles vorm Flug zu klären.

Reparatur der Kamera

Innerhalb einer Stunde ist meine Kontrolluntersuchung im Deutschen Krankenhaus erledigt und der Arzt ist zufrieden. Ich bin es auch. Mein Mann war weniger erfolgreich beim Optiker gegenüber, da der Deutsche Optiker nur Spanisch spricht und seinen Geschäftsnamen aufgrund seines Portfolios hat. Gemeinsam kehren wir zu ihm zurück und auch dieses Problem haben wir schnell gelöst – Kontaktlinsen. Die schnelle Abwicklung bisher gibt uns die Hoffnung, dass wir ein hier noch nicht erwähntes Problem an diesem Tag auch noch lösen können. Im Internet hatte mein Mann ein Nikon-Fachgeschäft in Buenos Aires ausfindig gemacht. Hier wollen wir das in Uruguay kaputtgegangene Spezialkabel für das GPS ersetzen. Doch das Geschäft bietet so etwas nicht an. Auch am nächsten Tag im Technikschlaraffenland werden wir nicht fündig. Wir bekommen den dezenten Hinweis auf eine kleine Einkaufsstraße, wo man viele Sachen finden kann, die Touristen brauchen, denn sie gehörten mal Touristen. Da wir nicht wollen, dass später auch etwas aus unserer Tasche dort angeboten wird, lehnen wir ab. Mein Mann beschließt sich Werkzeug und Lötkolben zu besorgen und die Reparatur selbst in die Hand zu nehmen. Durch unsere Argentinisch-Deutsch-Chilenische Bekanntschaft muss er nichts kaufen, sondern wird in ein kleines Geschäft gebracht, in dem er direkt loslegen kann. Nach ca. drei Stunden Kamera komplett zerlegen, Kabel direkt anlöten und Kamera wieder zusammenbauen ist mit großer Freude also auch dieses Problem gelöst.

Straßen-Cabaret in Buenos Aires

Bevor wir uns nun endgültig von Buenos Aires verabschieden müssen, amüsieren wir uns noch bei einem Straßen-Cabaret.

Schließlich fallen wir ins Bett, weil morgen früh das Taxi 6:30 Uhr vor der Tür stehen wird. Wir müssen uns endgültig von Buenos Aires verabschieden.

 

Zweite Runde Buenos Aires

Wir haben reichlich Zeit bis unser Bus zurück nach Buenos Aires fährt. Und diesmal wissen wir auch ganz sicher die Zeiten.

In Ruhe genießen wir unser letztes Frühstück hier auf der Estancia, bevor es heißt „Taschen packen“. Wir sind mit dem ältesten Gaucho verabredet. Mit seinem Renauld Clio steht er pünktlich startbereit da um uns mit den zwei großen und zwei kleinen Rucksäcken, dem Kinderwagen, der Babyschale, einer Wickeltasche und der Fototasche zum Bus zu bringen. Mein Mann wird leicht nervös beim Anblick der Fahrzeuggröße. Ich beruhige ihn damit, dass ich mir sicher bin, dass alles mitkommt. Ich behalte Recht. Die Rückfahrt verläuft stressfrei und unser Ziel in Buenos Aires kennen wir (45 Minuten zu Fuß mit Gepäck sind schon Routine). Wir sind durch unsere Kinder schon bekannt und werden herzlich in der Jugendherberge zurück empfangen. Der Tag ist angerissen und unseren Großen brauchen wir nicht mehr versuchen davon zu überzeugen durch die Stadt zu laufen. Nur noch schnell in den Mercado um etwas für´s Abendessen aufzutreiben.

Tag 1 Problemlösungen und Gesundheitscheck

Heute muss ich zunächst in das Deutsche Krankenhaus, nichts Besorgniserregendes wie sich schließlich bestätigt. Ich nehme Medikamente, die lediglich an die Essgewohnheiten angepasst werden müssen.

Poliklinik – Deutsches Hospital

Vor der Reise hatte ich mir bereits Listen deutsch- und englischsprachiger Ärzte aller betreffenden Länder rausgesucht, bzw. beim Konsulat erfragt. Janine, mit der wir unsere Telefonnummern beim Abschied auf der Estancia ausgetauscht hatten, half mir hier sehr bei der Organisation.
– Danke, liebe Janine! –

Alles klappt einwandfrei. Während der Untersuchung machen mein Mann und mein Sohn das Vorschulprogramm, was wir extra vor der Reise auf das Tablet geladen haben.

Cementerio de la Recoleta
Kolibri im Botanischen Garten
Kolibri im Botanischen Garten

Danach wollen wir auf dem Weg zu unserer Verabredung noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires entdecken. Wir staunen als wir den Cementerio de la Recoleta betreten, auf dem Eva Perón beigesetzt wurde. Auf dem Friedhof, in mitten des Wohn- und Geschäftsviertels Recoleta, steht ein Mausoleum am Anderen von wohlhabenden Familie und prominenten Persönlichkeiten. Das Grab von Evita suchen auch wir auf. Gleich neben dem Friedhof befindet sich die Iglesia Ntra. Sra. Del Pilar, das Centro Cultural de Recoleta und das Hard Rock Café Buenos Aires. Das T-Shirt, dem wir für unseren kleinen Sohn hinterher jagen, bekommen wir auch hier nicht (am Flughafen EZE waren wir gleich nach unsere Ankunft erfolglos geblieben). Über den Plaza Franzia laufen wir zur U-Bahn, die uns zum Jardin Botánico Carlos Thays bringen soll, wo wir wieder mit Alicia und ihrer Tochter verabredet sind.

Im Park wundern wir uns über einen Mann, der ewig vor einem Strauch mit seiner Kamera steht und diesen anstarrt. Als wir näher kommen, können wir diese hübschen kleinen Vögel erkennen – Kolibris. Ich stelle mich mit meiner Kamera, mit meinem wesentlich kleineren Objektiv daneben und warte auch auf Das Bild. Wir schließen unsere Besichtigungstour mit einem Besuch auf dem Spielplatz ab. Zum Abschied fließen Tränen, weil noch nicht genug gespielt wurde.

Tag 2 Rosengarten mit Freunden

Bis zum Nachmittag nutzen wir die Zeit für die Organisation unserer Reise nach und in Uruguay und packen unsere Taschen um, während der Große malt, spielt und Trickfilme auf Spanisch ansieht. Wir skypen lieber gleich heute mit den (Groß)eltern, ehe es morgen wieder aufregend wegen der Zeit wird. Als alles erledigt ist und die Sonne weniger intensiv ist nehmen wir die U-Bahn nach Palermo. Das U-Bahnsystem hat mein Mann schon intus. Umsteigen läuft ohne Zweifel oder Fragen. In dem Stadtviertel treffen wir uns ein letztes Mal mit Alicia und ihrer Tochter im El Rosedal de Palermo. Gemeinsam schlendern wir durch und um den Park und schnuppern an unzählig verschiedenen Rosen.

El Rosedal de Palermo

Als Andenken an unsere gemeinsame Zeit schenken uns die Beiden zum Abschied Glücksbringer. Im Santa Crepa schließen wir unseren Aufenthalt in Buenos Aires ab. Sehr lecker, der Name ist Programm: Crepes mit allen möglichen Füllungen von süß bis herzhaft.